Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn, er will dem Herrn gefallen. Der Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt, er will seiner Frau gefallen. So ist er geteilt. Die unverheiratete Frau aber und die Jungfrau, sorgen sich um die Sache des Herrn, um heilig zu sein an Leib und Geist … Das sage ich zu eurem Nutzen, nicht um euch eine Fessel anzulegen, vielmehr damit ihr in rechter Weise und ungestört immer dem Herrn dienen könnt. (1 Kor 7,32-35) Die gottgeweihten Jungfrauen legen auf Eingebung des Heiligen Geistes das Gelübde eheloser Keuschheit ab, weil sie Christus entschiedener lieben und ihren Brüdern und Schwestern ungehindert dienen wollen. Die Christus geweihten Jungfrauen sollen sich, je nach ihren Verhältnissen und Gnadengaben, der Buße, den Werken der Barmherzigkeit, dem Apostolat und dem Gebet widmen. Es wird ihnen dringend geraten, ihre Gebetspflicht dadurch zu erfüllen, daß sie täglich das kirchliche Stundengebet, vor allem Laudes und Vesper, beten. So vereinen sie ihre Stimme mit dem Hohenpriester Christus und der heiligen Kirche; sie preisen den himmlischen Vater ohne Unterlaß und treten ein für das Heil der ganzen Welt.
Eine geweihte Jungfrau in der Welt ist weitgehend frei in der Wahl ihres Apostolats und Berufs. Ihr Lebensstil muß einfach und würdig sein und in Einklang stehen mit der Lebensform, zu der sie berufen ist, Sie kann Pflegerin oder Katechetin sein, als Verwaltungsangestellte bei einer Versicherung oder bei VW am Fließband arbeiten. Sie verdient ihren Lebensunterhalt selbst. Dabei kann sie allein wohnen oder, wie Can. 604 § 2 des kirchlichen Rechts vorsieht, zusammen mit anderen Jungfrauen. In all dem untersteht sie ihrem Bischof, dem es zusteht, festzulegen, auf welche Weise die geweihten Jungfrauen seiner Diözese ihre Berufung leben sollen.
Es gibt den „Stand der Jungfrauen, die zum Ausdruck ihres heiligen Vorhabens, Christus in besonders enger Weise nachzufolgen, vom Diözesanbischof nach anerkanntem liturgischem Ritus Gott geweiht, Christus, dem Sohn Gottes, mystisch anverlobt und für den Dienst der Kirche bestimmt werden" (CIC, can. 604, § 1). Durch diesen feierlichen Ritus der Jungfrauenweihe wird „die Jungfrau zu einer gottgeweihten Person, zu einem Zeichen, das auf die Liebe der Kirche zu Christus hinweist, und zu einem Bild für die endzeitliche himmlische Braut und für das künftige Leben" (OCV prænotanda 1).
Der Stand der Jungfrauen steht den anderen Formen des geweihten Lebens nahe. Er verpflichtet die in der Welt lebende Frau (oder die Nonne) nach ihrem Stand und den ihr geschenkten Charismen zum Gebet, zur Buße, zum Dienst an ihren Brüdern und Schwestern und zur apostolischen Arbeit [Vgl. OCV prænotanda 2]. Um ihr Vorhaben treuer zu halten und den in ihrem eigenen Stande entsprechenden Dienst für die Kirche durch die gegenseitige Unterstützung zu steigern, können die Jungfrauen Vereinigungen bilden. (CIC, can. 604, § 2). (KKK)
Bei der Weihe antwortet die Consecranda auf die Fragen des Bischofs:
Bist du bereit, bis an dein Lebensende am Vorsatz der heiligen Jungfräulichkeit festzuhalten und dem Herrn und seiner Kirche zu dienen?
Bist du bereit, dein Leben in der Nachfolge Christi, zu der das Evangelium aufruft, als ein Zeugnis der Liebe zu leben und als ein Zeichen des kommenden Reiches Gottes?
Bist du bereit, dich durch die Jungfrauenweihe unserem Herrn Jesus Christus, dem Sohn Gottes, auf immer zu verbinden?
Aus diesem Grund kann Männern die Jungfrauenweihe nicht gespendet werden. Männer wie Frauen können ein privates Gelübde ablegen. Idealerweise bespricht man das mit einem Priester.
Es gibt jedoch in der Geschichte immer wieder Beispiele, daß es einigen in der Welt lebenden Frauen doch möglich gewesen ist, die Weihe im Geheimen zu empfangen.
