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Montag, November 29

espoir

Lloyd deMauseLloyd deMause (* 19. September 1931) ist ein amerikanischer Psychologe. Er hat bedeutende Beiträge zur Psychohistorie geleistet. Des Weiteren ist er Herausgeber des von ihm geschaffenen The Journal of Psychohistory und Gründer des Institute for Psychohistory.
Er absolvierte ein Studium in Politischer Wissenschaft und Psychoanalyse an der Columbia University. Die dazugehörige praktische Ausbildung tätigte er in Columbia und New York. Später lehrte er Psychohistorie in New York und hielt Vorlesungen in vielen europäischen Staaten und anderen Teilen Amerikas. Er ist Vater dreier Kinder. Da die Psychohistorie ein sehr umstrittenes Forschungsgebiet ist, hat er zahlreiche Gegner in der akademischen Gemeinschaft. Mehrere Psychologen und Anthropologen behaupten, seine Theorien seien nicht durch glaubwürdige Forschungsarbeit untermauert. Er ist Autor zahlreicher Bücher über die Entwicklung der menschlichen Psyche als Ergebnis von Kindererziehungspraktiken im Laufe der Geschichte.
Im Gegensatz zu vielen anderen Historikern geht er davon aus, dass die technologischen und ökonomischen Veränderungen nicht die zentrale Antriebskraft des historischen Wandels sei, sondern lediglich die psychogenen Veränderung der Persönlichkeits- und Charakterstruktur, die durch Interaktionen von Generation zu Generation weiter gegeben wird. Somit findet eine Evolution statt, in der die Beziehung zwischen Eltern und Kindern immer enger wird und es den Kindern immer besser geht.

Periodisierung der Formen der Eltern-Kind-Beziehungen
Bei dieser Charakterisierung der Eltern-Kind-Beziehung betrachtet deMause jeweils den psychogenetisch fortschrittlichsten Teil der Bevölkerung in den fortschrittlichsten Ländern. Korrespondierend zu seiner Ansicht, dass die Eltern-Kind-Beziehung eine psychogenetische Evolution darstellt, sind die sechs Formen aufeinander chronologisch folgend, aufgebaut. Dass die früheren Umgangsformen heute auch noch existieren, erklärt deMause damit, dass die Evolution in diesen Familienbahnen langsamer vorangeschritten ist, sie sozusagen zurückgeblieben sind.

Seine Einteilung sieht wie folgt aus:
Drei Reaktionen der Erwachsenen:
1. projektive Reaktion: Der Erwachsene kann das Kind als Vehikel für die Projektion von Inhalten seines eigenen Unbewussten benutzen
2. Umkehr-Reaktion: Der Erwachsene kann das Kind als Substitut (Ersatz) für eine Erwachsenenfigur benutzen, die in seiner eigenen Kindheit wichtig war.
3. Emphatische Reaktion: Der Erwachsene kann sich in die Bedürfnisse des Kindes einfühlen und sie zu befriedigen versuchen. Dies verlangt die Fähigkeit, auf die Stufe der kindlichen Bedürfnisse zurückzugehen und sie richtig einzuschätzen, ohne ihnen eigenen Projektionen beizumischen.
1. Form: Kindesmord (Antike-4. Jhr. n. Chr.)
Die Eltern befreiten sich von ihren Ängsten bezüglich der Fürsorge um das Kind, indem sie es umbrachten. Außerdem war ein sexueller Gebrauch von Kindern sehr weit verbreitet, was bedeutet, dass sowohl die projektive sowie die Umkehrreaktion bei den Erwachsenen vorherrschte.
2. Form: Weggabe (4. - 13. Jhr.)
Die Eltern erkannten an, dass die Kinder eine Seele haben. Deswegen konnten sie es nicht mehr umbringen, sondern befreiten sich von ihren Ängsten durch die Weggabe der Kinder. Eine andere Variante ist die emotionale Vereinsamung. Die Projektion der Eltern auf das Kind war immer noch sehr stark, so wurde das Kind z.B. als böse angesehen und musste somit geschlagen werden. Den Rückgang des sexuellen Missbrauchs erklärt deMause mit der Abnahme der Umkehrreaktion.
3. Form: Ambivalenz (14. - 17. Jhr.)
Die Eltern empfanden für das Kind nun emotionale Gefühle und Fürsorge, allerdings war es immer noch ein Vehikel für gefährliche Projektionen. Zu dieser Zeit bestand die Ansicht, dass ein Kind körperlich, emotional, geistig und moralisch geformt werden müsse (Vgl: John Locke). Diese "Formung" bzw. Erziehung der Kinder war nun Aufgabe der Eltern bzw. Schulen und Erzieher.
4. Form: Intrusion (Eindringen) (18. Jhr.)
Diese Phase bezeichnet deMause als großen Wandel in der Eltern-Kind-Beziehung, da die Projektionen stark zurückgingen und die Umkehrreaktion sogar ganz verschwand. Das Kind wurde nicht mehr als Bedrohung angesehen, sodass Empathie möglich war. Dadurch und wegen der Erfindung der Kinderheilkunde, reduzierte sich die Kindersterblichkeit. In dieser Periode, versuchten die Eltern, den Willen der Kinder zu bestimmen, in dem sie ihm z.B. mit Strafen drohten oder sie schlugen.
5. Form: Sozialisation (19. - Mitte des 20. Jhr.)
Die elterlichen Projektionen reduzierten sich weiterhin. Das Erziehungsziel bestand nun darin, das Kind zu sozialisieren, anzupassen und auszubilden. Die väterliche Fürsorge für das Kind wurde größer.
6. Form: Unterstützung (ab Mitte des 20. Jhr.)
Diese Form beruht auf der Auffassung, dass das Kind am besten weiß, was es braucht. Beide Elternteile sind lediglich dazu da, es zu unterstützen anstatt es zu disziplinieren. Diese Umgangsform fordert von den Eltern sehr viel Energie, Zeit und Diskussionsbereitschaft, da sie sich immer in das Kind hineinversetzen und versuchen müssen, dessen Bedürfnisse zu befriedigen.
7. Form: Zukunft (ab 21. Jhr.)
Eltern und Kinder verschmelzen zu einer nie da gewesenen Einheit. Erste Sichtbare Ergebnisse der Jahrhunderte andauernden Prozesse: Es werden mehr Indigokinder* geboren, es wird mehr Erwachsene Menschen geben denen man nämlich mit faszinierenden, unverständlichen Worten nichts mehr vor-machen kann, weil sie an Erlebnissen groß geworden sind. Schließlich wird ein Mensch, der seine eigene Geschichte in seiner ganzen Tragik bewusst durchlebt hat, auch viel deutlicher und schneller das Leiden des anderen spüren, auch wenn dieser es noch überspielen muss. Er wird über fremde Gefühle, egal welcher Art, nicht spotten können, wenn er die eigenen ernst nehmen kann. Er wird den Kreis der Verachtung nicht mehr weiterdrehen. Diese Entwicklung hat nicht nur persönliche und familiäre Konsequenzen. Menschen, die ihre Vergangenheit entdeckt haben, die in ihrem Leben gelernt haben, ihre Gefühle zu klären und deren reale Ursachen zu erforschen, stehen nicht mehr unter dem Zwang, ihren Zorn auf andere zu verschieben, um diejenigen zu schonen, die diesen Zorn wirklich verdient haben. Sie sind in der Lage, das Ungute abzulehnen und das Liebenswerte zu lieben. Da sie wagen zu wissen, wer ihren Unmut verdient hat, können sie sich in der Realität zurechtfinden, ohne in die Unwissenheit des nicht beachteten Kindes zu verfallen, das seine Eltern schonen muss und daher alle Arten „Schuldiger“ im Außen sucht.

*
Das Phänomen Indigo-Kinder und in letzter Zeit auch „Kristallkinder“ beschäftigt zur Zeit viele Eltern von „auffälligen“ Kindern. Die Bücher in den amerikanischen Bestsellerlisten und die Berichte im Internet gehen mit ihren Meinungen weit auseinander und sind zum Teil widersprüchlich.
Dazu kommt, dass viele dieser begabten Kinder durch die Schwierigkeiten der Anpassung an unsere Umwelt als ADHS- oder ADS- Kinder eingestuft werden. Auch hier werden Diagnosen oft vorschnell gestellt und die Meinungen selbst von Fachleuten sind da unterschiedlich. Leider gibt es neben einigen guten Therapeuten auch selbsternannte Esoterik-Spezialisten, die für möglichst viel Geld Eltern mit hyperaktiven Kindern „Energieförderungen“ und anderes verkaufen und auf unerkannte Begabungen hinweisen. Unser Gesundheitssystem hat noch keinen Platz für Indigokinder geschaffen. Es kennt zwar die klassischen Symptombehandlungen, aber sinnvolle Therapien mit langfristigen Erfolgen sind eher die Ausnahme. Zurück bleiben überreizte Kinder und verwirrte und hilflose Eltern. Gemeinsam ist den Indigo-Kindern eine ausgeprägte Medialität, die Fähigkeit der „erweiterten Wahrnehmung“ und sehr sensible Sinne. Sie haben ein hohes energetisches Potential, das auch für den Namen mitverantwortlich ist. Viele Menschen, die die Aura erkennen können, beschreiben diese bei den Kindern als tiefblau bis violett, eben „indigo“. Energetisch sind das die Farben von Kronen-Chakra und dem dritten Auge.
Daneben treten meist mehrere (selten alle) der folgenden Merkmale auf:
Überdurchschnittlicher Intelligenzquotient (deutlich mehr als 125, normal ist 100)
Sie geben sich nicht mit einem einfachen „Nein“ zufrieden. Sie verlangen eine Erklärung.
Die Kinder erscheinen sehr früh reif, manchmal altklug, oft wie kleine Erwachsene. Sie sind „alte Seelen“. Sie sind sehr lernbegierig, wollen ihre Welt entdecken, hinterfragen alles, sind aber extrem schnell überreizt. Manchmal verblüffen sie ihre Eltern, indem sie Dinge wissen, die sie eigentlich noch nicht gelernt haben können. Sie scheinen viel mehr wahrzunehmen, auch „lauter“ zu hören und „bunter“ zu sehen als andere, leiden aber gleichzeitig an diesem Zuviel an Informationen. Sie sind enorm empfindlich, was den Stoffwechsel angeht, vertragen künstliche Produkte und Industrie-Nahrungsmittel nur schlecht oder gar nicht, reagieren häufig darauf mit Allergien, Neurodermitis und anderen Erkrankungen. Sie fühlen sich selbst manchmal zu schnell oder zu groß für ihren Körper und haben Probleme ihren Willen und die Motorik des Körpers zu koordinieren. Sie sind unterfordert und überfordert gleichzeitig. Einerseits sind sie sehr neugierig, aber können sich nicht lange auf ein Thema konzentrieren. Sie besitzen einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und ein erstaunliches moralisches Empfinden. Sie fühlen sich unter Gleichaltrigen oft unwohl oder deplaziert und sind schnell Außenseiter. Sie sind selbstbewusst, haben einen starken Willen und akzeptieren Erwachsene nicht als Autorität. Sie lassen sich nur von starken Persönlichkeiten führen. Dabei können sie zeitweise zum völligen Gegenteil, dem geringen Selbstwertgefühl schwanken. Natürlich gibt es in der Literatur viele weitere „Kriterien“, die aber meist eine logische Folge der genannten Merkmale sind. Es werden auch z.B. vier verschiedene Indigo Persönlichkeiten genannt und viele Probleme zitiert. Aber da natürlich die unterschiedlichsten Charaktere Indigo-Eigenschaften haben können, ist aus meiner Sicht dann die individuelle Persönlichkeit wichtiger. Zuallererst natürlich Eltern, die Verständnis und Toleranz für die besonderen Eigenschaften zeigen – und die nicht Medialität sofort als esoterische Spinnerei abtun. Die Kinder sind natürlich anstrengender, aber das rechtfertigt in keiner Weise sie mit Medikamenten „ruhig zu stellen“. Die Nebenwirkungen können fatal sein. Die Kinder brauchen Zuspruch, Ernsthaftigkeit und Verlässlichkeit von ihren Eltern und eine Förderung und Erziehung, die die besonderen Eigenschaften ihrer Seele berücksichtigt. Sie selbst müssen die Bande zwischen Körper und Seele festigen, lernen mit ihrer eigenen Motorik umzugehen und seelisches Empfinden und körperlichen Verstand in Einklang zu bringen. Es ist wichtig, dass sie lernen ihre Sinne zu moderieren und die Medialität bei Bedarf zu dämpfen. Diese Sinne kann man genauso trainieren wie Muskeln. Der „Rest der Aufgaben“ ist natürlich so individuell wie die Kinder selbst.