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Donnerstag, Dezember 23

soleil

Da ab 21./22. Dezember die Tage wieder länger werden, war die sonnenwende in vielen antiken und frühmittelalterlichen Kulturen ein wichtiges Fest, das allerdings oft auch ein paar Tage vor bzw. nach dem Datum der tatsächlichen Sonnenwende gefeiert wurde. Schon steinzeitliche Kultstätten wie Stonehenge oder Ales Stenar erfassten diesen Zeitpunkt, allerdings mittels der leichter feststellbaren Auf- und Untergangspunkte der Sonne, die zu Winterbeginn etwa im Südosten bzw. Südwesten liegen. Die Germanen feierten um die Wintersonnenwende das Julfest, welches heutzutage von neuheidnischen Gruppen wieder begangen wird. Bei den Römern war der 25. Dezember einer der höchsten Feiertage zu Ehren des Gottes der unbesiegten Sonne Sol invictus. Auch das Weihnachtsfest liegt zeitlich kurz nach der Wintersonnenwende, was die Ankunft des göttlichen Lichts (Christi Geburt) symbolisiert.

Spirituelle Bedeutung der Wintersonnenwende/Weihnachtssymbolik
Die Zeit um die Wintersonnenwende galt zu allen Zeiten in den meisten Kulturen, am meisten natürlich in den nördlichen Regionen, als besonders heilige Zeit:
- Bei den Römern fanden vom 17.-22.12. die Saturnalien statt. Es ist - der Jahreszeit entsprechend - ein Opferfest des Heroskönigs, der in die Unterwelt gesandt wurde, um dort mit seinem göttlichen Ebenbild eins zu werden. Dies steht für das tiefe Eintauchen mittels der Meditation in unseren Geist, um jenseits aller unterbewussten Eindrücke unser wahres göttliches Selbst zu erkennen und mit diesem Göttlichen Kern zu verschmelzen
- Bei den Juden wird das Hanukkah-Fest gefeiert. Dieses zelebriert den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem durch die Makkabäer. Dabei geschah ein Wunder, nämlich dass eine kleine Menge Öl 8 Tage lang Licht gab. So müssen wir im Inneren unseren Tempel des Herzens wieder aufrichten. Wenn wir uns darum bemühen, aus unserem Herzen einen Tempel zu machen, wird Gott unser Herz mit Licht füllen
- In Indien findet Dipavali, das Lichterfest, statt. Dieses feiert die Rückkehr von Gott Rama in die Hauptstadt Ayodhya nach 12 Jahren Exil. 12 Jahre lang hatten die Bewohner von Ayodhya auf Feuer und Licht verzichtet. Als Rama wieder zurückkehrte, wurden überall Freudenfeuer entzündet. So kann es sein, dass wir Gott, die Liebe, aus unserem Leben verbannt haben. Und auch wenn wir materiell vieles haben, fehlt das Entscheidende im Leben. Wenn so Gott, das göttliche Licht, die Liebe oder wie auch immer wir es ausdrücken wollen, in unser Herz einzieht, können wir wirkliche Freude empfinden.
- Weihnachten ist in Europa sicherlich als christliches Fest am bekanntesten und feiert die Geburt von Jesus Christus, des Gottessohnes als Erlöser der Menschheit. Weihnachten gilt als eines der 3 Hauptfeste des Christentums (Weihnachten, Ostern, Pfingsten). Über diese Bedeutung kannst man in Gottesdiensten, in christlicher Literatur und von anderen Christen am meisten erfahren und erleben. Zusätzlich zur historischen, und für gläubige Christen religiösen Dimension kann man Weihnachten auch als Sinnbild des spirituellen Weges, der Geburt des Christusbewusstseins in uns interpretieren:
In der Adventszeit werden vier Kerzen nacheinander angezündet. Dies steht für die schrittweise Öffnung der ersten 4 Chakras, Bewusstseinszentren. Das vierte Chakra ist das Herz-Chakra, der Sitz der Liebe, der Schau Gottes und der Freude. Wenn dieses Herz-Chakra, geöffnet ist, kann das Jesus-Kind, also die Liebe Gottes, das Christus-Bewusstsein, in uns geboren werden. Und zwar wenn die Tage am kürzesten sind inmitten der Nacht ("Weihe-Nacht"). Wenn unser Geist sich zurückzieht von den äußeren Ablenkungen, alles (unsere Sinne und Gedanken) schläft, dann kann das "Hochheilige Paar" Unterscheidungskraft (Joseph) und Intuition (Maria) wachen, und die Geburt des Gottesbewusstseins (Jesuskind) erleben. So wünsche ich Dir, dass Du in dieser "geweihten Nacht", in dieser "Stillen Nacht", tatsächlich still sein kannst, und die innere Bedeutung von Weihnachten erfährst. Die Mitternachtsmeditation, für viele die Christmette, für manche sogar eine vollständige Nachtwache, kann in dieser Nacht zu einem besonderen Erlebnis werden, nicht nur für überzeugte Christen. Das Herzchakra, das mit Weihnachten so viel zu tun hat, steht für Liebe und Freude. So wünsche ich Dir, dass Du tatsächlich im Kreis Deiner Lieben Dein Herz sprechen lassen kannst, dass die Geschenke wirklich Liebe ausdrücken und die vielen Weihnachtslichter und -lieder tatsächlich Herzensfreude.
Bei manchen, die im Kreis von Familie und Freunden feiern, wird mehr der Liebes-Aspekt von Weihnachten überwiegen. Die, die allein sind möchte ich ermutigen, zu meditieren, nach innen zu gehen, allein Nachtwache zu halten, um die Geburt Gottes im Inneren zu spüren. So kann sogar Melancholie als geistige "Nacht" für den spirituellen Weg hilfreich sein.

Zur Wintersonnenwende:
„Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind. Unsere tiefste Angst ist, dass wir kraftvoll über alle Maßen sind. Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, was uns am meisten erschreckt. Wir fragen uns: Wer bin ich, um brillant, großartig, talentiert und sagenhaft zu sein? Aber wer bist Du eigentlich, um all das nicht zu sein? Du bist ein Kind Gottes. Dein zögerliches Spiel dient der Welt nicht. Es wird nichts erreicht dadurch, dass Du Dich kleiner machst, so dass sich deinetwegen andere nicht verunsichert fühlen.
Wir sind geboren, um den Glanz Gottes, der in uns ist, offenkundig zu machen.“