– Morpheus
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Donnerstag, Januar 27
Pivot
„Ich will dir sagen, wieso du hier bist. Du bist hier, weil du etwas weißt. Etwas, das du nicht erklären kannst. Aber du fühlst es. Du fühlst es schon dein ganzes Leben lang, dass mit der Welt etwas nicht stimmt. Du weißt nicht was, aber es ist da. Wie ein Splitter in deinem Kopf, der dich verrückt macht. Dieses Gefühl hat dich zu mir geführt.“
rezipieren
Die Theorie über Reziproke Zuneigung und Attraktivität besagt, dass eine entscheidende Determinante für Attraktivität reziproke Zuneigung sei, das heißt wir empfinden jemand anderen in dem Maße attraktiv, wie wir von der Person annehmen, dass sie uns mag. In mehreren Studien konnte der Einfluss reziproker Zuneigung auf die Attraktivität bereits nachgewiesen werden.
Reziproke Zuneigung und Ähnlichkeit
Dem Ähnlichkeitsprinzip zufolge empfinden wir die Menschen am attraktivsten, die uns in unseren Einstellungen ähneln. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass wir in Beziehungen mit Menschen, die sich deutlich von uns unterscheiden, weitaus mehr investieren müssen als in Beziehungen mit ähnlichen Menschen. Grundsätzlich werden Beziehungen bevorzugt, in die wenig investiert werden muss. Reziproke Zuneigung kann jedoch über Unterschiedlichkeit hinweghelfen. Wenn wir von einer anderen Person gemocht werden, empfinden wir Unterschiede zwischen dem anderen und uns nicht mehr unbedingt als Hindernis für eine Beziehung.
Studie von Gold, Ryckman & Mosley (1984)
In einer Studie von Gold, Ryckman und Mosley wurde überprüft, ob ein geringes Maß an Attraktivität durch romantische Stimmung auf ein höheres gesteigert werden kann. Das heißt, es wurde gemessen, ob Attraktivität höher in einer Situation eingestuft wird, in der romantische Stimmung induziert wurde. An der Studie nahmen insgesamt 60 männliche Probanden teil, die zunächst einen Fragebogen mit 15 Items (Testaufgaben) zu ihren Einstellungen ausfüllen sollten. Fünf dieser Testaufgaben beschäftigten sich mit persönlichen Interessen (Sport, Musik etc.), die anderen zehn behandelten allgemeinere Themen wie Geld oder Gesetze. Nachdem der jeweilige Proband seinen Fragebogen ausgefüllt hatte, bekam er eine Füllaufgabe. Währenddessen erstellte die Versuchsleiterin einen Scheinfragebogen, der sich in seinen Antworten zu 70 % von dem des Probanden unterschied. Der fertige Scheinfragebogen wurde als der von „Kathy“ ausgegeben, einer angeblich weiteren Probandin, mit der der Proband später zusammenarbeiten soll, und dem Probanden zum Lesen gegeben. Tatsächlich handelt es sich bei Kathy um eine in das Experiment eingeweihte Person. Die Versuchsleiterin schickt den männlichen Probanden anschließend unter dem Vorwand, es gebe eine kleine Verzögerung bei dem Experiment in ein Wartezimmer. Je nach Versuchsbedingung bzw. Gruppe, die der Proband zugeteilt war, unterschied sich der weitere experimentelle Verlauf.
· 1. Gruppe: Induktion von romantischer Stimmung und Misattribution Manipulation
Romantische Stimmung: Der Proband wurde im Wartezimmer mit Kathy bekannt gemacht. Kathy begann ein Gespräch mit dem Probanden über bestimmte Themen, die den Fragebogen von zuvor absichtlich nicht berührten, hielt Augenkontakt mit ihm und lehnte sich in seine Richtung. Misattribution Manipulation: Nach Dutton und Aron (1974) führt die Erwartung eines als unangenehm empfundenen Reizes dazu, dass sich männliche Probanden zu einer weiblichen Verbündeten mehr hingezogen fühlen. In der Studie von Gold, Ryckman und Mosley sollte ein solcher Effekt entstehen, indem den Probanden im Wartezimmer von der Versuchsleiterin mitgeteilt wurde, sie würde ihnen später Blut abnehmen.
· 2. Gruppe: Induktion von romantischer Stimmung
Der Verlauf des Experiments ist hier derselbe wie in der 1. Gruppe, nur dass die Misattribution Manipulation fehlte: Die Versuchsleiterin verließ den Raum, ohne die Blutabnahme zu erwähnen.
· 3. Gruppe: Kontrollgruppe
Die Probanden in der Kontrollgruppe bekamen Kathy nur kurz zu Gesicht, ehe Kathy den Raum zusammen mit der Versuchsleiterin verließ. Sie erhielten jedoch einen weiteren ausgefüllten Fragebogen von ihr, in dem sie sich zu denselben Themen äußert, die sie in Gruppe 1 und 2 anspricht.
Nach fünf Minuten wurde der jeweilige Proband unabhängig der Versuchsbedingung aus dem Wartezimmer geholt und bekam einen letzten Fragebogen, in dem er Kathys Attraktivität anhand von Rating-Skalen einstufen und ihre Einstellungen aus dem ersten Fragebogen noch einmal rekonstruieren sollte.
Ergebnisse:
· 1. Es konnte ein signifikanter Effekt in Gruppe 2 nachgewiesen werden. Die Probanden bewerteten unter der Bedingung, dass romantische Stimmung induziert wurde, Kathys Attraktivität als höher als in der Kontrollbedingung.
· 2. Allerdings gab es zwischen Gruppe 1 und 3 keinen signifikanten Unterschied. Die zusätzliche Misattribution Manipulation hob den Effekt der romantischen Stimmung auf, anstatt ihn zu unterstützen, so dass die Probanden Kathy als gleich attraktiv empfanden wie in der Kontrollbedingung.
Um herauszufinden, woran es gelegen hatte, dass sich Gruppe 1 nicht von der Kontrollgruppe unterschied, wurde ein zweites Experiment durchgeführt. Gold, Ryckman und Mosley vermuteten den Grund darin, dass die Versuchsleiterin, wenn sie die Blutabnahme ankündigte 1. angab, sie selbst würde dem Probanden das Blut abnehmen und 2. einen weißen Kittel trug (und dadurch besonders glaubwürdig wirkte). Dadurch fixierte sich der Proband möglicherweise zu sehr auf sie anstatt auf Kathy. Bei dem zweiten Experiment nahmen 15 männliche Probanden teil, die wieder in drei Gruppen eingeteilt wurden. Der experimentelle Ablauf war größtenteils derselbe wie im oberen Experiment, allerdings waren die Gruppen andere: Wieder gab es eine Gruppe, in der nur romantische Stimmung induziert wurde (entsprechend Gruppe 2 oben). In einer anderen Gruppe erschien die Versuchsleiterin wieder im weißen Kittel und behauptete, sie würde das Blut abnehmen (entspricht Gruppe 1 oben). In der dritten Gruppe jedoch trug die Versuchsleiterin keinen weißen Kittel und sagte, ein dem Probanden fremder, männlicher Arzt würde das Blut abnehmen. Tatsächlich konnten signifikante Unterschiede festgestellt werden, je nachdem, ob die Versuchsleiterin den weißen Kittel trug und das Blut selbst abnahm oder nicht. Insgesamt lässt sich festhalten, dass die positive Interaktion von „Kathy“ mit den männlichen Probanden dazu führte, dass sie von ihnen als attraktiver eingestuft wurde, obwohl sie sich in ihren Einstellung zu 70 % von den Probanden unterschied. Außerdem gab es bei den Probanden eine Tendenz, Kathy als sich ähnlicher zu empfinden, obwohl sie Kathys Einstellungen durchaus richtig rekonstruieren konnten (also nicht verzerrten). Mögliche Erklärungen hierfür wären, dass sie der Unterschiedlichkeit zwischen Kathy und ihnen selbst weniger Bedeutung zumaßen als sonst oder ihre eigenen Einstellungen denen von Kathy angepasst hatten.
Reziproke Zuneigung und selbsterfüllende Prophezeiung
Selbsterfüllende Prophezeiungen spielen für das Entstehen reziproker Zuneigung eine große Rolle. Unser Verhalten variiert je nachdem, ob wir annehmen, von einer anderen Person gemocht oder nicht gemocht zu werden. Glauben wir, dass jemand uns mag, verhalten wir uns offener, gesprächsbereiter und liebenswerter. Gehen wir davon aus, nicht gemocht zu werden, verhalten wir uns dementsprechend abweisend. Wie wir uns verhalten, beeinflusst nun aber tatsächlich die Gefühle eines anderen. Natürlich ist es für den anderen in der Regel einfacher, uns zu mögen, wenn wir uns liebenswert geben. Auch Gespräche sind dann einfacher, wenn wir uns gesprächig und freundlich zeigen. Auf diese Weise ist es möglich, dass unsere ursprüngliche Erwartungshaltung, ob wir gemocht werden, schließlich dazu führt, entweder gemocht oder nicht gemocht zu werden.
Studie von Curtis & Miller (1986)
In einer Studie von Curtis und Miller wurde der Einfluss von selbsterfüllender Prophezeiung auf reziproke Zuneigung untersucht. Dazu wurden 60 Probanden (54 weibliche, 6 männliche Studenten/innen) in Paare eingeteilt, die jeweils aus einer Ziel- und einer Versuchsperson bestanden. Die Paare wurden randomisiert den Versuchsbedingungen zugewiesen, also entweder der Bedingung 'gegenseitiges Mögen' oder 'Nicht-Mögen'. Die Paare bekamen zunächst fünf Minuten Zeit, einander kennenzulernen. Danach erhielt jeder einzelne Proband einen Fragebogen, in dem er Fragen zu seiner eigenen Persönlichkeit gestellt werden, zum Beispiel, ob der Proband sich als schüchtern, extrovertiert oder gesprächig einschätzt. Diese Fragen dienten dazu, die Wirkung des Probanden auf andere bzw. seine Liebenswürdigkeit oder seinen Sympathie-Faktor zu erfassen. Anschließend wurden die Versuchspersonen über Verlauf und Ziel des Experiments aufgeklärt. Dagegen wurden die Zielpersonen getäuscht: Je nachdem in welcher Versuchsbedingung sich die jeweilige Zielperson befand, wurde ihr glauben gemacht, dass die Versuchsperson mit der sie ein Paar bildet, sie entweder mag oder nicht mag aufgrund von falscher Information, die der Versuchsleiter der Versuchsperson gegeben hat. Die Zielpersonen bekam zudem zwei gefälschte Fragebögen zu sehen. Der erste war ein Fragebogen, den der Versuchsleiter angeblich der Versuchsperson gegeben hat mit der Behauptung, er sei von der Zielperson ausgefüllt worden, obwohl er vom Versuchsleiter erstellt worden war. Der zweite ist ein Fragebogen, den die Versuchsperson angeblich ausgefüllt hat und in dem sie angibt, wie sympathisch ihr die Zielperson nun nach dem Lesen des (gefälschten) Fragebogens ist (je nach Bedingung sehr oder überhaupt nicht sympathisch). Die Zielperson wurde zudem getäuscht, dass es im weiteren Verlauf des Experiments um das Verhalten der Versuchsperson ginge und nicht um ihr eigenes. Das sollte sicherstellen, dass sie sich möglichst natürlich verhielt. Versuchs- und Zielperson wurden dann wieder für 10 Minuten zusammen gebracht und bekamen Themen vorgegeben, über die sie sich unterhalten sollten. Während ihrer Interaktion wurde beobachtet, wie oft wer von ihnen die Konversation begann, wie viele Fragen sie einander stellten, wie oft Kritik, Lob, Zustimmung, Ablehnung Sarkasmus geäußert oder Ähnlichkeiten und Unähnlichkeiten bemerkt wurden. Es wurden ebenfalls der generelle Tonfall, die Laune der Probanden und ihre Offenheit berücksichtigt.
Ergebnisse:
· Tatsächlich verhielten sich die Zielpersonen je nach ihrer Erwartung, von der Versuchsperson gemocht oder nicht gemocht zu werden, anders. Wurden sie angeblich gemocht, benahmen sie sich zum Beispiel offener, stellten mehr Fragen und trieben die Konversation voran. Ihr Verhalten beeinflusste wiederum das der Versuchsperson.
· Ratings, wie sehr die andere Person im Anschluss an die zehnminütige Interaktion gemocht wurde, zeigten zudem, dass Ziel- und Versuchsperson einander tatsächlich mehr mochten, wenn sie sich in der Bedingung 'gegenseitiges Mögen' befunden hatten.
Curtis und Miller gelang es mit dieser Studie zu zeigen, dass wir durch unsere eigene Erwartung, gemocht zu werden, begünstigen, dass andere Menschen uns mögen. Gehen wir davon aus, nicht gemocht zu werden, tragen wir möglicherweise zu unserer eigenen Unbeliebtheit bei.
Reziproke Zuneigung und Ähnlichkeit
Dem Ähnlichkeitsprinzip zufolge empfinden wir die Menschen am attraktivsten, die uns in unseren Einstellungen ähneln. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass wir in Beziehungen mit Menschen, die sich deutlich von uns unterscheiden, weitaus mehr investieren müssen als in Beziehungen mit ähnlichen Menschen. Grundsätzlich werden Beziehungen bevorzugt, in die wenig investiert werden muss. Reziproke Zuneigung kann jedoch über Unterschiedlichkeit hinweghelfen. Wenn wir von einer anderen Person gemocht werden, empfinden wir Unterschiede zwischen dem anderen und uns nicht mehr unbedingt als Hindernis für eine Beziehung.
Studie von Gold, Ryckman & Mosley (1984)
In einer Studie von Gold, Ryckman und Mosley wurde überprüft, ob ein geringes Maß an Attraktivität durch romantische Stimmung auf ein höheres gesteigert werden kann. Das heißt, es wurde gemessen, ob Attraktivität höher in einer Situation eingestuft wird, in der romantische Stimmung induziert wurde. An der Studie nahmen insgesamt 60 männliche Probanden teil, die zunächst einen Fragebogen mit 15 Items (Testaufgaben) zu ihren Einstellungen ausfüllen sollten. Fünf dieser Testaufgaben beschäftigten sich mit persönlichen Interessen (Sport, Musik etc.), die anderen zehn behandelten allgemeinere Themen wie Geld oder Gesetze. Nachdem der jeweilige Proband seinen Fragebogen ausgefüllt hatte, bekam er eine Füllaufgabe. Währenddessen erstellte die Versuchsleiterin einen Scheinfragebogen, der sich in seinen Antworten zu 70 % von dem des Probanden unterschied. Der fertige Scheinfragebogen wurde als der von „Kathy“ ausgegeben, einer angeblich weiteren Probandin, mit der der Proband später zusammenarbeiten soll, und dem Probanden zum Lesen gegeben. Tatsächlich handelt es sich bei Kathy um eine in das Experiment eingeweihte Person. Die Versuchsleiterin schickt den männlichen Probanden anschließend unter dem Vorwand, es gebe eine kleine Verzögerung bei dem Experiment in ein Wartezimmer. Je nach Versuchsbedingung bzw. Gruppe, die der Proband zugeteilt war, unterschied sich der weitere experimentelle Verlauf.
· 1. Gruppe: Induktion von romantischer Stimmung und Misattribution Manipulation
Romantische Stimmung: Der Proband wurde im Wartezimmer mit Kathy bekannt gemacht. Kathy begann ein Gespräch mit dem Probanden über bestimmte Themen, die den Fragebogen von zuvor absichtlich nicht berührten, hielt Augenkontakt mit ihm und lehnte sich in seine Richtung. Misattribution Manipulation: Nach Dutton und Aron (1974) führt die Erwartung eines als unangenehm empfundenen Reizes dazu, dass sich männliche Probanden zu einer weiblichen Verbündeten mehr hingezogen fühlen. In der Studie von Gold, Ryckman und Mosley sollte ein solcher Effekt entstehen, indem den Probanden im Wartezimmer von der Versuchsleiterin mitgeteilt wurde, sie würde ihnen später Blut abnehmen.
· 2. Gruppe: Induktion von romantischer Stimmung
Der Verlauf des Experiments ist hier derselbe wie in der 1. Gruppe, nur dass die Misattribution Manipulation fehlte: Die Versuchsleiterin verließ den Raum, ohne die Blutabnahme zu erwähnen.
· 3. Gruppe: Kontrollgruppe
Die Probanden in der Kontrollgruppe bekamen Kathy nur kurz zu Gesicht, ehe Kathy den Raum zusammen mit der Versuchsleiterin verließ. Sie erhielten jedoch einen weiteren ausgefüllten Fragebogen von ihr, in dem sie sich zu denselben Themen äußert, die sie in Gruppe 1 und 2 anspricht.
Nach fünf Minuten wurde der jeweilige Proband unabhängig der Versuchsbedingung aus dem Wartezimmer geholt und bekam einen letzten Fragebogen, in dem er Kathys Attraktivität anhand von Rating-Skalen einstufen und ihre Einstellungen aus dem ersten Fragebogen noch einmal rekonstruieren sollte.
Ergebnisse:
· 1. Es konnte ein signifikanter Effekt in Gruppe 2 nachgewiesen werden. Die Probanden bewerteten unter der Bedingung, dass romantische Stimmung induziert wurde, Kathys Attraktivität als höher als in der Kontrollbedingung.
· 2. Allerdings gab es zwischen Gruppe 1 und 3 keinen signifikanten Unterschied. Die zusätzliche Misattribution Manipulation hob den Effekt der romantischen Stimmung auf, anstatt ihn zu unterstützen, so dass die Probanden Kathy als gleich attraktiv empfanden wie in der Kontrollbedingung.
Um herauszufinden, woran es gelegen hatte, dass sich Gruppe 1 nicht von der Kontrollgruppe unterschied, wurde ein zweites Experiment durchgeführt. Gold, Ryckman und Mosley vermuteten den Grund darin, dass die Versuchsleiterin, wenn sie die Blutabnahme ankündigte 1. angab, sie selbst würde dem Probanden das Blut abnehmen und 2. einen weißen Kittel trug (und dadurch besonders glaubwürdig wirkte). Dadurch fixierte sich der Proband möglicherweise zu sehr auf sie anstatt auf Kathy. Bei dem zweiten Experiment nahmen 15 männliche Probanden teil, die wieder in drei Gruppen eingeteilt wurden. Der experimentelle Ablauf war größtenteils derselbe wie im oberen Experiment, allerdings waren die Gruppen andere: Wieder gab es eine Gruppe, in der nur romantische Stimmung induziert wurde (entsprechend Gruppe 2 oben). In einer anderen Gruppe erschien die Versuchsleiterin wieder im weißen Kittel und behauptete, sie würde das Blut abnehmen (entspricht Gruppe 1 oben). In der dritten Gruppe jedoch trug die Versuchsleiterin keinen weißen Kittel und sagte, ein dem Probanden fremder, männlicher Arzt würde das Blut abnehmen. Tatsächlich konnten signifikante Unterschiede festgestellt werden, je nachdem, ob die Versuchsleiterin den weißen Kittel trug und das Blut selbst abnahm oder nicht. Insgesamt lässt sich festhalten, dass die positive Interaktion von „Kathy“ mit den männlichen Probanden dazu führte, dass sie von ihnen als attraktiver eingestuft wurde, obwohl sie sich in ihren Einstellung zu 70 % von den Probanden unterschied. Außerdem gab es bei den Probanden eine Tendenz, Kathy als sich ähnlicher zu empfinden, obwohl sie Kathys Einstellungen durchaus richtig rekonstruieren konnten (also nicht verzerrten). Mögliche Erklärungen hierfür wären, dass sie der Unterschiedlichkeit zwischen Kathy und ihnen selbst weniger Bedeutung zumaßen als sonst oder ihre eigenen Einstellungen denen von Kathy angepasst hatten.
Reziproke Zuneigung und selbsterfüllende Prophezeiung
Selbsterfüllende Prophezeiungen spielen für das Entstehen reziproker Zuneigung eine große Rolle. Unser Verhalten variiert je nachdem, ob wir annehmen, von einer anderen Person gemocht oder nicht gemocht zu werden. Glauben wir, dass jemand uns mag, verhalten wir uns offener, gesprächsbereiter und liebenswerter. Gehen wir davon aus, nicht gemocht zu werden, verhalten wir uns dementsprechend abweisend. Wie wir uns verhalten, beeinflusst nun aber tatsächlich die Gefühle eines anderen. Natürlich ist es für den anderen in der Regel einfacher, uns zu mögen, wenn wir uns liebenswert geben. Auch Gespräche sind dann einfacher, wenn wir uns gesprächig und freundlich zeigen. Auf diese Weise ist es möglich, dass unsere ursprüngliche Erwartungshaltung, ob wir gemocht werden, schließlich dazu führt, entweder gemocht oder nicht gemocht zu werden.
Studie von Curtis & Miller (1986)
In einer Studie von Curtis und Miller wurde der Einfluss von selbsterfüllender Prophezeiung auf reziproke Zuneigung untersucht. Dazu wurden 60 Probanden (54 weibliche, 6 männliche Studenten/innen) in Paare eingeteilt, die jeweils aus einer Ziel- und einer Versuchsperson bestanden. Die Paare wurden randomisiert den Versuchsbedingungen zugewiesen, also entweder der Bedingung 'gegenseitiges Mögen' oder 'Nicht-Mögen'. Die Paare bekamen zunächst fünf Minuten Zeit, einander kennenzulernen. Danach erhielt jeder einzelne Proband einen Fragebogen, in dem er Fragen zu seiner eigenen Persönlichkeit gestellt werden, zum Beispiel, ob der Proband sich als schüchtern, extrovertiert oder gesprächig einschätzt. Diese Fragen dienten dazu, die Wirkung des Probanden auf andere bzw. seine Liebenswürdigkeit oder seinen Sympathie-Faktor zu erfassen. Anschließend wurden die Versuchspersonen über Verlauf und Ziel des Experiments aufgeklärt. Dagegen wurden die Zielpersonen getäuscht: Je nachdem in welcher Versuchsbedingung sich die jeweilige Zielperson befand, wurde ihr glauben gemacht, dass die Versuchsperson mit der sie ein Paar bildet, sie entweder mag oder nicht mag aufgrund von falscher Information, die der Versuchsleiter der Versuchsperson gegeben hat. Die Zielpersonen bekam zudem zwei gefälschte Fragebögen zu sehen. Der erste war ein Fragebogen, den der Versuchsleiter angeblich der Versuchsperson gegeben hat mit der Behauptung, er sei von der Zielperson ausgefüllt worden, obwohl er vom Versuchsleiter erstellt worden war. Der zweite ist ein Fragebogen, den die Versuchsperson angeblich ausgefüllt hat und in dem sie angibt, wie sympathisch ihr die Zielperson nun nach dem Lesen des (gefälschten) Fragebogens ist (je nach Bedingung sehr oder überhaupt nicht sympathisch). Die Zielperson wurde zudem getäuscht, dass es im weiteren Verlauf des Experiments um das Verhalten der Versuchsperson ginge und nicht um ihr eigenes. Das sollte sicherstellen, dass sie sich möglichst natürlich verhielt. Versuchs- und Zielperson wurden dann wieder für 10 Minuten zusammen gebracht und bekamen Themen vorgegeben, über die sie sich unterhalten sollten. Während ihrer Interaktion wurde beobachtet, wie oft wer von ihnen die Konversation begann, wie viele Fragen sie einander stellten, wie oft Kritik, Lob, Zustimmung, Ablehnung Sarkasmus geäußert oder Ähnlichkeiten und Unähnlichkeiten bemerkt wurden. Es wurden ebenfalls der generelle Tonfall, die Laune der Probanden und ihre Offenheit berücksichtigt.
Ergebnisse:
· Tatsächlich verhielten sich die Zielpersonen je nach ihrer Erwartung, von der Versuchsperson gemocht oder nicht gemocht zu werden, anders. Wurden sie angeblich gemocht, benahmen sie sich zum Beispiel offener, stellten mehr Fragen und trieben die Konversation voran. Ihr Verhalten beeinflusste wiederum das der Versuchsperson.
· Ratings, wie sehr die andere Person im Anschluss an die zehnminütige Interaktion gemocht wurde, zeigten zudem, dass Ziel- und Versuchsperson einander tatsächlich mehr mochten, wenn sie sich in der Bedingung 'gegenseitiges Mögen' befunden hatten.
Curtis und Miller gelang es mit dieser Studie zu zeigen, dass wir durch unsere eigene Erwartung, gemocht zu werden, begünstigen, dass andere Menschen uns mögen. Gehen wir davon aus, nicht gemocht zu werden, tragen wir möglicherweise zu unserer eigenen Unbeliebtheit bei.
Mittwoch, Januar 19
pont dans à la lumière
Brücke
Assoziation: - Verbindung,- Überwindung von Problemen. Fragestellung: - Welche Kluft bin ich zu überqueren bereit?
Psychologisch:
Es darf nicht jeder Träumer sich vor seinem Abgrunde wegwenden. 'Ich mußte unter Todesmühen hinabsteigen bis auf den Grund.' Diesem Träumer ist nämlich wirklich auferlegt, bis auf den Grund seiner Not niederzusteigen, um ihren 'Grund' zu erfahren, um in seiner Not wieder Boden zu gewinnen. Gerade solche Träume sind günstig zu nennen, bezwecken sie doch den Anschluß an die innerste, wenn auch dunkle Tiefe. Nicht jeder muß da hinabsteigen. Über den Abgrund führt ein Steg, und über den Strom, auf dessen andere Seite wir zu gelangen haben, wölbt sich eine Brücke. Kaum ein anderes Symbol ist so beglückend und von so günstiger Vorbedeutung für die kommenden Lebenstage, wie eben der Brückentraum. Man ist erlöst von der Angst, endlos warten zu müssen, aber auch von der Gefährdung beim Hinüberschwimmen. Wie gut freilich, wenn dieses mutige Tun gelingt! In der Traumbetrachtung hat der Träumer darüber zu meditieren, was für ihn unter diesem so glücklich zu erreichenden Jenseitigen zu begreifen ist. Ist ihm der Sinn der anderen Seite aufgegangen, wird er die Tatsache dieser Brücke als ein kräftiges Element in seinen Alltag tragen: 'Warum bist Du heute so froh?' 'Ich hatte heute Nacht einen wunderbaren Brückentraum!' Eine Brücke ist ein in Träumen häufig vorkommendes Bild, und es verweist fast immer auf den Übergang von einer Lebensphase in die nächste. Sie bezeichnet die emotionale Verbindung zwischen dem Träumenden und anderen Menschen oder zu verschiedenen Lebensbereichen und hat die Bedeutung einer Vereinigung. Sie verbindet Gegensätze oder überbrückt Schwierigkeiten, die in der eigenen Persönlichkeit oder im Verhältnis mit anderen bestehen können. Man wird dadurch aufgefordert, nach mehr innerer Harmonie zu streben und Konflikte durch Kompromisse zu versöhnen. Ebenso spielt es eine Rolle, wie sich der Träumende beim Anblick der Brücke fühlt. Wichtig für die Deutung ist, ob die Brücke im Traum in einem guten, begehbaren Zustand ist oder auch erst im Bau befindlich, ihr Geländer fehlt, sie morsch oder baufällig ist und doch müssen wir hinüber. So klettert der Träumer, stets in der Furcht, zwischen Balken und Träger hinabzufallen, ängstlich über die Brückenkonstruktion. Der Zustand ist ein Hinweis auf die Stabilität des Zugehörigkeitsgefühls, welches der Träumende zur Welt hat und braucht, um Veränderungen in seinem Leben vorzunehmen. Auf der Brücke soll man nicht Dauerwohnung nehmen. Man hat dankbar zu sein, daß ein Verbindendes in uns drin entstand, dann aber weiterzugehen. Folgende Begleitumstände im Traum können die individuelle Deutung erleichtern:
Gläubig erzogene Kinder werden in Angstträumen von ihrem Schutzengel über rettende Brücken geleitet.
Wenn wir über die Brücke zum anderen Ufer gehen, erwartet uns eine neue Tätigkeit, die uns zufriedenstellen wird, oder der Anfang einer beglückenden Liebe.
Eine neue Brücke sehen und/oder über sie gehen zeigt, daß man Wege finden wird, um Schwierigkeiten zu überwinden.
Eine sehr lange Brücke verheißt guten Fortschritt auf längere Zeit.
Eine alte Brücke, die morsch und unsicher wirkt, deutet zwar auf Schwierigkeiten hin, zeigt aber gleichzeitig, daß man sie doch beseitigen wird.
Eine zerstörte Brücke warnt oft davor, nicht alle Brücken hinter sich abzureißen, sondern sich in einer Angelegenheit noch eine Möglichkeit zum Rückzug offenzuhalten,- vielleicht deutet sie aber auch darauf hin, daß man durch eigene Schuld einen Kompromiß vereitelt hat und jetzt mit Konflikten rechnen muß.
Die eingestürzte Brücke sagt uns, daß wir in unserem Seelenleben irgend etwas in Ordnung bringen, daß wir Umwege zum Glück machen müssen.
Unter einer Brücke durchgehen ermahnt dazu, seine Ziele nicht aus den Augen zu verlieren und sie weiter zu verfolgen.
Sieht man mehrere Brücken, weist das auf bevorstehende Probleme hin, die vielleicht mit einer Entscheidungsschwäche in Beziehung stehen.
Die Art der Brückenkonstruktion verrät uns, ob auf unserem Lebensweg Hindernisse aufgebaut sind: Das fehlende Geländer oder die noch im Bau befindliche Brücke zeigen dem Träumer gefahrvolle Stellen an.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene wird mittels der Brücke der Fluß des Lebens überquert. Sie verbindet Gegensätze, im Fühlen, Denken und auch im Handeln!
Artemidoros:
Sodann verursachte auch jenes von Phoibos angeführte Traumgesicht vielen Kopfzerbrechen. Es träumte einer, er sei zu einer Brücke geworden. Der Betreffende wurde Fährmann,- denn als solcher erfüllte er denselben Zweck wie eine Brücke. So lautet der Fall, den Phoibos berichtet,- andererseits wurde ein Richter, dem es träumte, er sei zu einer Brücke geworden, von der großen Menge gewissermaßen mit Füßen getreten. Angenommen, eine Frau oder ein hübscher junger Mann sähen dieses Traumgesicht, so werden beide sich der lockeren Zunft verschreiben und viele über sich gehen lassen. Und ein Prozessierender wird nach diesem Traumerlebnis seine Feinde und selbst den Richter übertrumpfen,- denn ein Fluß gleicht dem Richter, weil er, ohne Rechenschaft schuldig zu sein, seinen Willen durchsetzt, die Brücke aber schwebt hoch über dem Fluß.
(arab. ):
sehen: vor Gefahren sicher sein,- Glück im Geschäft,-
begehen: du wirst deine Stellung wechseln,-
darüber gehen: du glaubst auf deine Sicherheit rechnen zu können, es ist aber nicht der Fall,- gib dein Vorhaben auf,- auch: man darf auf ein günstiges Zeichen für seinen Weg erblicken,-
das andere Ufer erreichen: Neues wird erreicht und alle Schwierigkeiten werden überwunden,-
auf ihr straucheln oder stürzen: Hindernisse im Geschäft,-
bauen: ein Streit geht zu Ende,-
einstürzen sehen: du hast unter Untreue zu leiden,- du verlierst dein Heim und deine Freunde,-
einstürzend und mit abstürzen: ein wichtiges Vorhaben wird nicht günstig verlaufen, viel Unangenehmes kann vermieden werden, wenn man umsichtig handelt,-
von einer stürzen: man gerät in eine Pechsträhne, an der man zum Teil mit Schuld hat,-
darunter hindurch gehen: nach mancherlei Hindernissen wirst du zum Ziel gelangen.
(pers. ) :
Eine stabile Brücke steht für befriedigende Veränderungen der sozialen Stellung.
Ist die Brücke wackelig oder unbegehbar, so bedarf es in den nächsten Tagen großer Vorsicht in allen Angelegenheiten. Das Signal will dem Träumenden aber auch zu erkennen geben, daß er unterdrückte Ängste und verdrängte Unsicherheiten hat, die ihm noch ernsthafte Probleme bereiten können, wenn er nicht bald darangeht, sie aus der Welt zu schaffen.
(europ.) :
intakt sehen: bedeutet, daß deine Unternehmungen erfolgreich sein werden,- Ein sehr gutes Omen! Streitigkeiten in der Ehe werden bald durch Versöhnung beendet, und danach wird eine Zeit des guten Einvernehmens folgen. Unter Arbeitskollegen herrscht nach einer Zeit der Spannungen wieder gutes Klima.
mehrere sehen: Ärger und Verdruß,-
vor sich sehen: man sollte sich vor Betrug und falschen Bewunderern hüten,-
auf einer gehen: man muß auf der Hut sein,-
auf einer hinfallen: Verhinderung an Geschäften,-
überschreiten: viel Arbeit erwartet dich und wahrscheinlich ein Wechsel deiner Verhältnisse,-
überqueren: sagt die Überwindung von Schwierigkeiten voraus, auch wenn die Mittel dazu gefährlich erscheinen,- jedes Hindernis stellt eine Katastrophe dar,-
über eine sehr lange Brücke gehen: zeigt viel Fortschritt im Leben an,-
eine lange, baufällige, die sich unheimlich in die Dunkelheit hineinwindet: prophezeit den
Verlust Ihrer liebsten Besitztümer und traurige Ereignisse,- jungen verliebten Menschen verheißt dieser Traum Enttäuschung, da die geliebte Person ihren Idealvorstellungen nicht verspricht,-
über eine alte, unsichere gehen: man wird einer Gefahr noch glücklich ausweichen können,-
über eine sehr lange gehen: großer Fortschritt im Leben,-
eine einstürzen sehen oder selbst mit dieser abstürzen: ein bestimmtes Vorhaben wird nicht erfolgreich verlaufen,- eine Pechsträhne, an der man ein wenig mitschuldig ist,-
abbrechen sehen: läßt Krankheit befürchten, man soll in diesem Fall keine Veränderungen vornehmen und nichts Unbekanntes unternehmen,-
von einer fallen: Gehirnerkrankungen,-
klares Wasser: verheißt Wohlstand,-
trübes Wasser: das Fortkommen wird erlahmen.
(ind. ) :
Vorteile durch eine Verbindung mit Geschäftsleuten,-
auf ihr gehen: es ist nicht alles so, wie es dir scheint. Vorsicht ist geboten,-
auf ihr niederfallen: deine Hemmungen bringen dich nicht vorwärts,-
zusammenbrechen: die Treue wohnt nicht in jedem Menschen,-
unter ihr hindurchgehen: verliere dein Ziel nicht aus den Augen.
Assoziation: - Verbindung,- Überwindung von Problemen. Fragestellung: - Welche Kluft bin ich zu überqueren bereit?
Psychologisch:
Es darf nicht jeder Träumer sich vor seinem Abgrunde wegwenden. 'Ich mußte unter Todesmühen hinabsteigen bis auf den Grund.' Diesem Träumer ist nämlich wirklich auferlegt, bis auf den Grund seiner Not niederzusteigen, um ihren 'Grund' zu erfahren, um in seiner Not wieder Boden zu gewinnen. Gerade solche Träume sind günstig zu nennen, bezwecken sie doch den Anschluß an die innerste, wenn auch dunkle Tiefe. Nicht jeder muß da hinabsteigen. Über den Abgrund führt ein Steg, und über den Strom, auf dessen andere Seite wir zu gelangen haben, wölbt sich eine Brücke. Kaum ein anderes Symbol ist so beglückend und von so günstiger Vorbedeutung für die kommenden Lebenstage, wie eben der Brückentraum. Man ist erlöst von der Angst, endlos warten zu müssen, aber auch von der Gefährdung beim Hinüberschwimmen. Wie gut freilich, wenn dieses mutige Tun gelingt! In der Traumbetrachtung hat der Träumer darüber zu meditieren, was für ihn unter diesem so glücklich zu erreichenden Jenseitigen zu begreifen ist. Ist ihm der Sinn der anderen Seite aufgegangen, wird er die Tatsache dieser Brücke als ein kräftiges Element in seinen Alltag tragen: 'Warum bist Du heute so froh?' 'Ich hatte heute Nacht einen wunderbaren Brückentraum!' Eine Brücke ist ein in Träumen häufig vorkommendes Bild, und es verweist fast immer auf den Übergang von einer Lebensphase in die nächste. Sie bezeichnet die emotionale Verbindung zwischen dem Träumenden und anderen Menschen oder zu verschiedenen Lebensbereichen und hat die Bedeutung einer Vereinigung. Sie verbindet Gegensätze oder überbrückt Schwierigkeiten, die in der eigenen Persönlichkeit oder im Verhältnis mit anderen bestehen können. Man wird dadurch aufgefordert, nach mehr innerer Harmonie zu streben und Konflikte durch Kompromisse zu versöhnen. Ebenso spielt es eine Rolle, wie sich der Träumende beim Anblick der Brücke fühlt. Wichtig für die Deutung ist, ob die Brücke im Traum in einem guten, begehbaren Zustand ist oder auch erst im Bau befindlich, ihr Geländer fehlt, sie morsch oder baufällig ist und doch müssen wir hinüber. So klettert der Träumer, stets in der Furcht, zwischen Balken und Träger hinabzufallen, ängstlich über die Brückenkonstruktion. Der Zustand ist ein Hinweis auf die Stabilität des Zugehörigkeitsgefühls, welches der Träumende zur Welt hat und braucht, um Veränderungen in seinem Leben vorzunehmen. Auf der Brücke soll man nicht Dauerwohnung nehmen. Man hat dankbar zu sein, daß ein Verbindendes in uns drin entstand, dann aber weiterzugehen. Folgende Begleitumstände im Traum können die individuelle Deutung erleichtern:
Gläubig erzogene Kinder werden in Angstträumen von ihrem Schutzengel über rettende Brücken geleitet.
Wenn wir über die Brücke zum anderen Ufer gehen, erwartet uns eine neue Tätigkeit, die uns zufriedenstellen wird, oder der Anfang einer beglückenden Liebe.
Eine neue Brücke sehen und/oder über sie gehen zeigt, daß man Wege finden wird, um Schwierigkeiten zu überwinden.
Eine sehr lange Brücke verheißt guten Fortschritt auf längere Zeit.
Eine alte Brücke, die morsch und unsicher wirkt, deutet zwar auf Schwierigkeiten hin, zeigt aber gleichzeitig, daß man sie doch beseitigen wird.
Eine zerstörte Brücke warnt oft davor, nicht alle Brücken hinter sich abzureißen, sondern sich in einer Angelegenheit noch eine Möglichkeit zum Rückzug offenzuhalten,- vielleicht deutet sie aber auch darauf hin, daß man durch eigene Schuld einen Kompromiß vereitelt hat und jetzt mit Konflikten rechnen muß.
Die eingestürzte Brücke sagt uns, daß wir in unserem Seelenleben irgend etwas in Ordnung bringen, daß wir Umwege zum Glück machen müssen.
Unter einer Brücke durchgehen ermahnt dazu, seine Ziele nicht aus den Augen zu verlieren und sie weiter zu verfolgen.
Sieht man mehrere Brücken, weist das auf bevorstehende Probleme hin, die vielleicht mit einer Entscheidungsschwäche in Beziehung stehen.
Die Art der Brückenkonstruktion verrät uns, ob auf unserem Lebensweg Hindernisse aufgebaut sind: Das fehlende Geländer oder die noch im Bau befindliche Brücke zeigen dem Träumer gefahrvolle Stellen an.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene wird mittels der Brücke der Fluß des Lebens überquert. Sie verbindet Gegensätze, im Fühlen, Denken und auch im Handeln!
Artemidoros:
Sodann verursachte auch jenes von Phoibos angeführte Traumgesicht vielen Kopfzerbrechen. Es träumte einer, er sei zu einer Brücke geworden. Der Betreffende wurde Fährmann,- denn als solcher erfüllte er denselben Zweck wie eine Brücke. So lautet der Fall, den Phoibos berichtet,- andererseits wurde ein Richter, dem es träumte, er sei zu einer Brücke geworden, von der großen Menge gewissermaßen mit Füßen getreten. Angenommen, eine Frau oder ein hübscher junger Mann sähen dieses Traumgesicht, so werden beide sich der lockeren Zunft verschreiben und viele über sich gehen lassen. Und ein Prozessierender wird nach diesem Traumerlebnis seine Feinde und selbst den Richter übertrumpfen,- denn ein Fluß gleicht dem Richter, weil er, ohne Rechenschaft schuldig zu sein, seinen Willen durchsetzt, die Brücke aber schwebt hoch über dem Fluß.
(arab. ):
sehen: vor Gefahren sicher sein,- Glück im Geschäft,-
begehen: du wirst deine Stellung wechseln,-
darüber gehen: du glaubst auf deine Sicherheit rechnen zu können, es ist aber nicht der Fall,- gib dein Vorhaben auf,- auch: man darf auf ein günstiges Zeichen für seinen Weg erblicken,-
das andere Ufer erreichen: Neues wird erreicht und alle Schwierigkeiten werden überwunden,-
auf ihr straucheln oder stürzen: Hindernisse im Geschäft,-
bauen: ein Streit geht zu Ende,-
einstürzen sehen: du hast unter Untreue zu leiden,- du verlierst dein Heim und deine Freunde,-
einstürzend und mit abstürzen: ein wichtiges Vorhaben wird nicht günstig verlaufen, viel Unangenehmes kann vermieden werden, wenn man umsichtig handelt,-
von einer stürzen: man gerät in eine Pechsträhne, an der man zum Teil mit Schuld hat,-
darunter hindurch gehen: nach mancherlei Hindernissen wirst du zum Ziel gelangen.
(pers. ) :
Eine stabile Brücke steht für befriedigende Veränderungen der sozialen Stellung.
Ist die Brücke wackelig oder unbegehbar, so bedarf es in den nächsten Tagen großer Vorsicht in allen Angelegenheiten. Das Signal will dem Träumenden aber auch zu erkennen geben, daß er unterdrückte Ängste und verdrängte Unsicherheiten hat, die ihm noch ernsthafte Probleme bereiten können, wenn er nicht bald darangeht, sie aus der Welt zu schaffen.
(europ.) :
intakt sehen: bedeutet, daß deine Unternehmungen erfolgreich sein werden,- Ein sehr gutes Omen! Streitigkeiten in der Ehe werden bald durch Versöhnung beendet, und danach wird eine Zeit des guten Einvernehmens folgen. Unter Arbeitskollegen herrscht nach einer Zeit der Spannungen wieder gutes Klima.
mehrere sehen: Ärger und Verdruß,-
vor sich sehen: man sollte sich vor Betrug und falschen Bewunderern hüten,-
auf einer gehen: man muß auf der Hut sein,-
auf einer hinfallen: Verhinderung an Geschäften,-
überschreiten: viel Arbeit erwartet dich und wahrscheinlich ein Wechsel deiner Verhältnisse,-
überqueren: sagt die Überwindung von Schwierigkeiten voraus, auch wenn die Mittel dazu gefährlich erscheinen,- jedes Hindernis stellt eine Katastrophe dar,-
über eine sehr lange Brücke gehen: zeigt viel Fortschritt im Leben an,-
eine lange, baufällige, die sich unheimlich in die Dunkelheit hineinwindet: prophezeit den
Verlust Ihrer liebsten Besitztümer und traurige Ereignisse,- jungen verliebten Menschen verheißt dieser Traum Enttäuschung, da die geliebte Person ihren Idealvorstellungen nicht verspricht,-
über eine alte, unsichere gehen: man wird einer Gefahr noch glücklich ausweichen können,-
über eine sehr lange gehen: großer Fortschritt im Leben,-
eine einstürzen sehen oder selbst mit dieser abstürzen: ein bestimmtes Vorhaben wird nicht erfolgreich verlaufen,- eine Pechsträhne, an der man ein wenig mitschuldig ist,-
abbrechen sehen: läßt Krankheit befürchten, man soll in diesem Fall keine Veränderungen vornehmen und nichts Unbekanntes unternehmen,-
von einer fallen: Gehirnerkrankungen,-
klares Wasser: verheißt Wohlstand,-
trübes Wasser: das Fortkommen wird erlahmen.
(ind. ) :
Vorteile durch eine Verbindung mit Geschäftsleuten,-
auf ihr gehen: es ist nicht alles so, wie es dir scheint. Vorsicht ist geboten,-
auf ihr niederfallen: deine Hemmungen bringen dich nicht vorwärts,-
zusammenbrechen: die Treue wohnt nicht in jedem Menschen,-
unter ihr hindurchgehen: verliere dein Ziel nicht aus den Augen.
mühlen mahlen
Wie Korngarben sammelt sie dich um sich. Sie drischt dich, um dich nackt zu machen. Sie siebt dich durch, um dich von deiner Spreu zu befreien. Sie mahlt dich, bis du geschmeidig bist; Und dann weiht sie dich in ihr heiliges Feuer, damit du heiliges Brot wirst für Gottes heiliges Mahl.
boote
1. Gebot: Du sollst an einen Gott glauben. Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir
2. Gebot: Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten
3. Gebot: Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren. Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht mißbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht
4. Gebot: Du sollst den Tag des Herrn heiligen. Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn
5. Gebot: Du sollst Vater und Mutter ehren, damit du lange lebest und es dir wohlergehe auf Erden. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird
6. Gebot: Du sollst nicht morden
7. Gebot: Du sollst nicht Unkeuschheit treiben. Du sollst nicht ehebrechen
8. Gebot: Du sollst nicht stehlen
9. Gebot: Du sollst kein falsches Zeugnis geben. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten
10. Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut
2. Gebot: Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten
3. Gebot: Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren. Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht mißbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht
4. Gebot: Du sollst den Tag des Herrn heiligen. Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn
5. Gebot: Du sollst Vater und Mutter ehren, damit du lange lebest und es dir wohlergehe auf Erden. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird
6. Gebot: Du sollst nicht morden
7. Gebot: Du sollst nicht Unkeuschheit treiben. Du sollst nicht ehebrechen
8. Gebot: Du sollst nicht stehlen
9. Gebot: Du sollst kein falsches Zeugnis geben. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten
10. Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut
Farfalloni ~ Tempus Fugit
Über das Wesen der Liebe und der Partner Beziehungen
Bei schätzungsweise 90% der Menschen ist die Liebesfähigkeit, die Fähigkeit zur Zuwendung, durch Verhärtung, Abkapselung und Gefühlspanzerung komplexhaft gestört. Das wird durch eine Erziehung gefördert, die lineares Denken belohnt und den ganzheitlichen Ausdruck missachtet.
Die seelischen Erkrankungen sind Folgen der Störung der natürlichen Liebesfähigkeit.
(Wilhelm Reich 1897-1957)
Das Wissen über die Liebe und wie man sich psychisch gesund hält, wird nirgendwo gelehrt. Nicht im Elternhaus und auch nicht in der Schule, wo wir nicht für uns selbst lernen, sondern für Gesellschaft und Staat. Erziehung und Schule vermitteln, Gefühle lieber zu unterdrücken als weiter zu entwickeln. Intellektuelle Leistung wird prämiert, während Gefühl, Phantasie und Kreativität nicht gefördert, sondern als unpassend und störend abgewertet werden.
Die linke Gehirnhälfte befasst sich mit der Sprache und dem logischen Denken.
Die rechte Gehirnhemisphäre, der nonverbales, analoges, subjektives und emotionales Denken, Erinnerung, Intuition, Symbolik, Geruch- und Musikwahrnehmung obliegt und die in Bildern denkt, ist im Industriezeitalter verkümmert. Gründe dafür liegen in der einseitig-intellektuellen Schulbildung und extremen Höherbewertung des logisch-semantischen Denkens gegenüber dem ganzheitlichen Denken.
Liebe ist aber keine Sache des Verstandes, sondern eine Angelegenheit des Gefühls.
Der Geist ist etwas Höheres als der Intellekt, indem er nicht nur diesen, sondern auch das Gemüt umfasst.
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
(Antoine de Ste. Exupéry 1900-1944)
Es ist seltsam, dass die für unser Leben wichtigen Menschen uns im ersten Augenblick oft überhaupt nicht gefallen.
Man sollte den alltäglichen Trott der Passivität verlassen und sich intensiv mit Aufmerksamkeit und ohne Wertung (Kritik) seiner direkten Umwelt zuwenden.
Die hassende Zuwendung ist Aufmerksamkeit und Wachheit unter dem Aspekt, zu verneinen, zu verachten, zu vernichten. Die liebende Zuwendung ist positiv, lebensbejahend und fördernd. Nur die lebensbejahende Zuwendung kann zu Liebe führen.
Wer sich der Welt aufmerksam und aufgeschlossen zuwendet, befindet sich bereits im Zustand der Liebe. Ein zerstörerischer und unaufmerksamer Mensch kann nicht lieben, er kann höchstens Sex machen.
Kurz ist die Leidenschaft einer Nacht und wem die Liebe verblasst, der bleibt allein zurück.
Weit ist die Einsamkeit der Liebe und die Umarmung nur ein Sandkorn in dieser Wüste.
Allein müssen wir unseren Weg gehen, einsam unter tausend anderen.
Sehen kann man nur die Spuren der anderen, die die Wüste vor uns durchquerten.
Doch wenn sich zwei Spuren treffen, weiß man, dass zwei sich gefunden haben.
Irgendwann beginnt sich ein unsichtbarer Panzer um unseren Körper zu legen. Er bildet sich und wird während des gesamten Erwachsenenlebens immer dicker. Mit seinem Wachstum verhält es sich ähnlich wie bei den Perlen; je größer und tiefer die Verletzung, umso stärker ist der Panzer, der sich darum entwickelt. Im Laufe der Zeit jedoch nutzt er sich dann an den am stärksten belasteten Stellen allmählich ab wie ein Kleid, das man zu lange getragen hat, wird fadenscheinig, bekommt bei einer schroffen Bewegung unvermutet einen Riss.
Anfangs merkst du es gar nicht, bist überzeugt, dass der Panzer dich noch völlig umgibt. Bist du eines Tages plötzlich wegen irgendeiner Dummheit in Tränen ausbrichst wie ein Kind, ohne zu wissen, warum.
Der Verstand hält die Gefühle in Schach. Er wacht über die Sinne, er will die Oberhand behalten und verhindert das sinnliche Aufgehen im Augenblick. Denken und Gefühl sind Gegensätze, können sich jedoch gegenseitig ergänzen, wobei der Einfluss des Gefühls auf das Denken fruchtbarer ist als umgekehrt. Der Verstand wird zum Widersacher der Sensitivität, wenn er sich als Zensor einschaltet und vorrechnet, ob sich eine Liebe lohnt oder nicht. Wenn sich Denken in den Wahrnehmungsvorgang der Sensitivität einschaltet, entsteht Verzerrung und Täuschung. Man sieht die Wirklichkeit nicht mehr unvoreingenommen, sondern selektiv nach den Richtlinien des Denkens. Der Verstand ist es, der uns zu gelangweilten, stumpfen und gedrückten Wesen macht.
Der sensitive Mensch kann auch die Schönheit für sich selbst erfahren, ohne von Normen und ästhetischen Maßstäben beeinflusst oder blockiert zu sein. Wenn das Denken (und Kalkulieren) ruhig geworden ist und die Sinne wach sind, kann ich Schönheiten erleben, die mir bisher verborgen blieben, weil sie der Verstand zugedeckt hat. Das herkömmliche Schönheitsideal verliert dann an Bedeutung, denn das Erkennen, das sensitive Erleben ist wichtiger als die Bewertung. Sensitiv sein heißt offen sein für alles, was um mich herum im jeweiligen Augenblick geschieht.
Die Sinne werden durch das Denken stumpf. Wenn das Denken die primäre Rolle übernimmt, bleibt keine Zeit mehr für Sensitivität. Aus einer Liebe wird dann eine Beziehung und die Liebe schwindet mit jeder weiteren Struktur.
Die Liebe geht über die Sinne, nicht über das Denken. Dazu müssen die Sinne geöffnet und wach sein. Es kommt nicht auf das Analysieren und Sezieren, sondern auf das Erleben an!
Exkurs: Wenn sich das Bewusstsein zu weit von den Urbildern, dem Unbewussten entfernt hat, folgt bald der Zusammenbruch. Schon lange vor der Katastrophe melden sich die Zeichen des Irrtums, nämlich als Instinktlosigkeit, als Nervosität, als Desorientiertheit, als Verwicklung in "unmögliche" Situationen und Probleme. Der einseitige Bewusstseinsglaube führt schließlich zur Überspanntheit. Dann müssen Katastrophen geschehen, weil man trotz aller Bewusstheit die dunklen psychischen Mächte übersehen hat. Wir sind von unseren (autonomen) seelischen Inhalten noch genauso besessen, wie wenn sie Götter wären. Man nennt sie jetzt Phobien, Zwänge usw., kurz neurotische Symptome. Die Götter sind Krankheiten geworden und verursachen Curiosa für die ärztliche Sprechstunde oder stören das Gehirn der Politiker und Journalisten, welche unwissentlich psychische Epidemien auslösen.
(C.G. Jung 1875-1961)
Ideologien und andere Lebensvorstellungen trennen uns von anderen Menschen.
Wir haben aber die Möglichkeit, dies zu erkennen, und zu sehen, wie sie - losgelöst von ihren Ideologien - wirklich sind.
Wer in DU und ICH unterscheidet, trennt und mauert. Wer "Ich" sagt, lässt das körperliche Material den Geist kontrollieren. Das Herz aber soll die Menschlichkeit bestimmen.
(Zen)
Nur wer sich selbst total annehmen kann, so wie er/sie jetzt in diesem Moment ist, kann auch andere annehmen und lieben.
Alleinsein bedeutet für viele eine Qual, weil sie Angst haben vor dem eigenen Denken und Grübeln. Das Denken ist vergangenheits- oder zukunftsorientiert. Es lenkt von der Gegenwart ab und lässt deshalb keine Sensitivität aufkommen. Um dem Denken im Alleinsein zu entkommen, flüchten sich viele in Geselligkeit, in Gespräche, Aktionen und Sensationen. Deshalb ist es so wichtig, zu lernen, das Denken abzuschalten (Meditation). Nur wenn ich allein sein kann, ohne mich dabei einsam oder verloren zu fühlen, bin ich wirklich frei. Jede Flucht ist ein Zeichen von Unfreiheit.
Wenn ich nicht auf positive Weise mit mir allein sein kann, kann ich auch nicht auf positive Weise mit jemandem zusammen sein.
Um guten Tag zu sagen, muss man zunächst den ganzen Ballast abwerfen, der sich während der Sozialisation im Kopf angesammelt hat.
Um den Guten-Tag-Gruß zu erwidern, muss man ebenso den ganzen Ballast abwerfen und sehen, dass jemand darauf wartet, dass jemand den Guten-Tag-Gruß erwidert. Um das zu lernen, benötigt man u.U. mehrere Jahre.
Nachdem man guten Tag gesagt hat, muss man allen Ballast abwerfen, der sich inzwischen wieder im Kopf ansammelt - die Nachwehen aller Ressentiments, die man jemals erfahren hat, und die Vorauswirkungen aller Schwierigkeiten, in die man sich jemals hineinzumanövrieren trachtet. Danach ist man zunächst sprachlos und weiß überhaupt nicht, was man sagen soll. Nach einigen weiteren Jahren praktischer Erfahrung fällt einem dann u.U. etwas ein, das zu sagen sich lohnt.
(E. Berne 1910-1970)
Die Liebe und das Streben nach sexueller Lust vermischen sich leicht. Suche ich nur nach sexueller Lust, werde ich immer enttäuscht und ernüchtert sein. Körperliche Befriedigung führt dann zu seelischer Leere. Die Lust kann nur in Verbindung mit der Liebe ihren Glanz entfalten und zu seelischer Erfüllung führen. Ohne die Sexualität würde es sogar genügen, die andere Person aufmerksam zu betrachten und so zu lieben wie sie ist, ohne Resonanz, ohne in eine Beziehung treten zu wollen. Lieben heißt nämlich, Aufmerksamkeit und Zuwendung geben, nicht bekommen. Das Bekommen ist eine Folgeerscheinung, aber nicht die Bedingung. Das Geben von Zuwendung ist wichtiger und bedeutungsvoller als das bekommen. Eine Liebesbeziehung, die darauf aus ist, Liebe zu bekommen und Liebe durch Techniken, Taktiken, Status, Bildung, Geschenke und Schmeicheleien zu verdienen, ist manipulierte Liebe. Ihr fehlt die Grundlage, nämlich Liebe geben zu können, ohne zu fragen und Sicherheit zu erhalten. Ergibt sich eine Partnerschaft, so gründet sie sich auf dem Geben von Liebe, auf Selbstentfaltung, nicht auf der Gier, zu bekommen, zu konsumieren, dem Begehren nach Sex oder um sich satt und angstfreier zu fühlen.
Wo Angst ist, kann sich keine Liebe entfalten. Die Angst ist der Gegenpol der Liebe und doch sind beide sehr eng beieinander. Die Angst ist das unverarbeitete Kindheitstrauma, nicht so angenommen zu sein wie man sich fühlt. Hinter der Angst vor Partnerschaften steht oft die Angst, sich verändern zu müssen.
Die Verbindung der Liebe mit der Begierde ist ein Fehlschaltung, zeigt uns an, dass etwas mit der seelischen und geistigen Verfassung nicht in Ordnung ist. Wer begehrt und nach etwas giert, kann nicht mehr klar erkennen, was wirklich geschieht.
I Ging: Der schwache Mensch lebt unter der Herrschaft der Leidenschaften und der Begierde. Er lebt in der unwissenden, brutalen und materialistischen Masse, die von unüberlegten Leidenschaften und blindem Hass angetrieben wird. Sein Leben ist erfüllt von Hochmut, Geiz, Lüsternheit und Wollust. Der schwache Mensch hat das Bestreben, in der sozialen Hierarchie durch Kraft, Hinterlist, Ungerechtigkeit und Gewalttätigkeit aufzusteigen.
Wenn ich jemanden begehre, dann ist die Liebe verloren. Begierde hat mit Besitz zu tun, mit Egoismus, aber nicht mit Liebe. Liebe belässt die/den andere(n) in ihrer/seiner Unabhängigkeit. Die Liebe genügt sich selbst; sie entwickelt sich ohne Gier und ihre Erfüllung geschieht ohne Begierde. Alles andere ist Konsum.
Frauen machen sich zu Besitzobjekten, indem sie ihre äußerliche Anziehungskraft testen; Männer tun das, wenn sie mit Statussymbolen ihre (Finanz-)Potenz demonstrieren. Wer sich auf diese Weise "verkauft", wird mit Eifersucht konfrontiert werden. Auch Verlustängste (Angst vor Abgetrenntheit) aus kindlicher Sozialisation können Auslöser für Eifersucht sein.
Wer aber besitzen will und Angst hat, wird die Liebesfähigkeit schwächen und die Liebe verlieren. Ein Mensch, der lieben kann, bleibt der Liebe treu, aber für ihn ist es wichtiger zu lieben, als treu zu sein.
Der Sinn ist nicht die Treue, die Lebensgemeinschaft, die Planung und Fixierung, sondern allein das Erlebnis der Liebe.
Liebe ist nicht käuflich, kann nicht mit Besitz, Geld und Ruhm erworben werden, sondern nur durch Offenheit, Wachheit, Klarheit und Aufmerksamkeit entstehen. Wer das wirklich annehmen will, kann nicht mehr zurück in das traditionelle Denken von Treue und Besitz. Dazu müssen allerdings die auto-aggressiven Verhältnisse und Gewohnheiten der Gesellschaft ignoriert werden.
I Ging: Festigkeit innen und Klarheit außen sind in jedem Fall wünschenswert.
Selbstbewusstsein kann sich nur entwickeln, wenn man die Möglichkeit erhält, sich seiner selbst bewusst zu werden, wenn man selbstbestimmt leben kann und so wenig wie irgend möglich fremdbestimmt wird. Wer sein Selbstbewusstsein durch den Partner steigern will, wird bald feststellen, dass die alten Wunden dann vom Partner in den Alltagssituationen aktualisiert werden. Wir erfahren, dass uns niemand fehlendes Selbstbewusstsein geben kann, außer wir selbst. Wir missbrauchen den/die Liebespartner/in, wenn wir ihn/sie dazu benutzen, uns Selbstsicherheit zu geben. Liebe erfordert viel Selbstbewusstsein, damit sie sich realisieren kann, ohne etwas zu erwarten, ohne etwas zu bekommen. Die reife Liebe erfordert autonomes Selbst und Individualität. Liebe ist voll entfaltetes Selbstbewusstsein, das keiner Bestätigung bedarf.
Liebe ist Zuwendung, Meditation, Kontemplation und Lebendigkeit im Augenblick.
In der Meditation ist der Verstand ruhig. Ich mache mir über nichts Gedanken, sondern gehe ganz im Augenblick auf, der aus unterschiedlichen Sinneswahrnehmungen besteht. Vergangenheit und Zukunft existieren in diesem Moment nicht. Trotzdem bin ich hellwach und nehme alles wahr. Da ich das Denken ausblende und einfach sinnlich offen bin, spüre ich eine starke Ruhe und Stille.
Das Denken ist ruhig und es herrscht Zeitlosigkeit. Ich bin zwar allein, aber in Verbindung mit dem Universum. Keine Uhrzeit, kein Problem geht durch meinen Kopf. Die Sinne sind geöffnet, ich bin an den Augenblick hingegeben und es kann in mich eindringen, was in diesem Moment um mich herum geschieht. Eine große Ruhe und Entspanntheit breitet sich ohne mein aktives Zutun in meiner Seele aus. Ich nehme den Augenblick und die Natur der Dinge in mich auf. Ich empfinde Erfüllung, Ruhe und Zufriedenheit, weil ich wahrnehme ohne zu werten. Es existiert nur das JETZT. Ich bin keineswegs schläfrig oder hypnotisiert, sondern hellwach. Es besteht der Zustand der Meditation und gleichzeitig der Liebe.
In der Meditation wächst die Liebe von selbst. In der Phantasie geschieht kein wirkliches Leben. Hier befinde ich mich bei Trugbildern, Luftschlössern, Ideen und Idealen. Je mehr ich meiner Phantasie und meinen Träumen nachhänge, desto weniger werde ich das Glück in der Realität erleben. Wenn die Phantasie einmal angestoßen ist, dann geht die Verliebtheit eigene, individuelle Wege, sie baut sich im Denken auf und wird durch das Denken gesteigert. Es wird eine Sehnsucht nach Begegnung und Beziehung gebildet. Die jeweils andere Person "spukt" förmlich im Kopf herum und nistest sich im Denken ein. Die Phantasie weicht aber von der Realität ab; sie konstruiert einen Menschen, der in dieser Art nicht der wirklichen Person entspricht, die unsere Aufmerksamkeit erregt hat. Die Enttäuschung stellt sich meist sehr schnell ein, wenn sich die reale Beziehung entwickelt.
Das Lernen aus Liebe und Aufgeschlossenheit geschieht von selbst.
Aus der Sensitivität ergibt sich alles von selbst. Liebe stellt sich von selbst ein, wenn ich absichtslos, ohne zu suchen, einfach nur vorfinde, was momentan geschieht. Liebe entsteht, wenn absolute Offenheit und Verletzlichkeit besteht. Dazu muss ich mein Sicherheitsdenken aufgeben, die Angst überwinden, verletzt zu werden, denn ich weiß nie vorher, was der/die andere mir antun wird, wie er/sie auf meine geöffnete Seele reagiert, wie er/sie mich behandeln wird, welche Probleme und Neurosen er/sie an mir abreagieren wird. [Der Mensch behauptet oft schamlos von anderen, was er bei sich selber nicht sehen will.]
Es ist wenig sinnvoll, sich eine Taktik zurechtzulegen, sich von der Liebe des/der anderen wärmen zu lassen, ohne selbst Liebe entgegenzubringen.
In der Verletzbarkeit liegt das Leben; in der Sicherheit/Unverletzbarkeit liegt der Tod.
Liebe ist die höchste Form der seelischen Lebendigkeit. Liebe steigert die seelische Kraft und die Lebensfreude, während Kritik und Abwertung die Entfaltung der Energie lähmt. In einer Gesellschaft, in der die Menschen im Erfahren von positiver Selbstbestätigung frustriert sind, wird deshalb oftmals Liebe mit übersteigerter Dankbarkeit für positive Selbstbestätigung verwechselt. Aber auf dem Wunsch nach narzisstischer Bestätigung lässt sich keine Beziehung aufbauen. Wer das glaubt, wird immer wieder auf sich selbst zurückverwiesen werden.
Wahres Selbstvertrauen ist das Vertrauen auf die eigenen Kräfte.
In der Zweisamkeit liegt keine Therapie für ein nicht gelungenes Alleinsein. Die Zweisamkeit trägt das Mal des Todes, wenn dabei die Freiheit des Alleinseins auch nur leise angetastet wird. Die Freiheit der anderen Person ist auch in der Beziehung radikal zu tolerieren, wenn die Krise vermieden werden soll. Genauso wie wir das Alleinsein der anderen zu respektieren haben, haben wir auch durch die Angst vor unserem eigenen Alleinsein hindurch zu gehen. Erst dann werden wir zur Liebe fähig sein.
Solange wir uns in anderen spiegeln und uns im Spiegelbild der anderen selbst finden wollen, sind wir keine autonomen Wesen. Was andere über uns denken, ist nicht wichtig. Man muss nicht um jeden Preis wiedergeliebt werden.
I Ging: Die Hauptsache ist, dass man in sich selbst gefestigt ist. Aus dieser inneren Haltung entspringt das richtige Verhalten zur Umwelt.
Wenn man dagegen intime Beziehungen besonderer Art pflegen wollte, so würde einen das um die innere Selbstständigkeit bringen, und je mehr man sich gesichert fühlte in dem Bewusstsein, in anderen seinen Rückhalt zu finden, desto mehr käme man in Unruhe und Sorgen, ob nun auch diese intimen Verbindungen wirklich haltbar sind. Dadurch verliert man den inneren Frieden und die Kraft innerer Wahrheit. Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt, das ist das Schicksal derer, die abhängen von der inneren Übereinstimmung mit anderen Menschen, die sie lieben. Wenn der Schwerpunkt auf anderen Menschen beruht, so lässt sich nicht vermeiden, dass man umhergeworfen wird zwischen Freude und Leid.
Nur wenn man seinen Weg geht wie ein Pferd, das geradeaus läuft, ohne nach seinem Mitpferd zu schielen, behält man die innere Freiheit, die vorwärts bringt.
Die Liebe lässt sich nicht festbinden. Sie kommt und geht, baut sich auf und ab, wird entzündet und erlischt. Sie soll keine finanzielle oder seelische Sicherheit bringen. Liebe lässt sich nicht durch Tricks beherrschen und in keinen geistigen Käfig sperren. Sie durchschaut alle psychischen Sicherheitsmechanismen und lässt sich nicht mit Intelligenz vertiefen. Liebe ist so sensibel, dass sie gerade dann, wenn der Verstand sie festhalten will, besonders rasch entgleitet. Sobald der Wille einsetzt, ist sie in höchster Gefahr, sich zu verflüchtigen. Wer aber ohne Festlegung und Vorausplanung dem Augenblick vertraut, der ist bereits in Sicherheit.
Die Vertiefung der Liebe geschieht zwanglos, ohne den Verstand, ohne Wünsche, ohne Gier, mit völliger psychischer Ausgeglichenheit. Liebe sucht ihre Erfüllung immer im Augenblick, sie fragt nicht nach später. Dieser Augenblick lässt sich nicht festhalten.
Ich kann mich einem Objekt oder Augenblick dann mit frei schwingender Aufmerksamkeit hingeben, wenn ich die Bewegungen meiner eigenen Psyche ignorieren kann. Vorurteile, Prinzipien, Wertmaßstäbe wirken sich als Scheuklappen aus, die das Beobachtungsfeld einengen und das Ergebnis entstellen.
Das Ausbleiben der Liebe ist genauso wichtig und wertvoll wie das Erscheinen. Das Ausbleiben ist nur dann ein Verlust, nur dann eine Enttäuschung des Denkens, wenn ich mich nicht voll Vertrauen dem Augenblick hingebe. Das Ausbleiben oder Schwinden der Liebe muss nicht negativ sein, es kann Freiheit, Unbeschwertheit, Fröhlichkeit und Offenheit für Neues beinhalten.
Glück ist nie genau das, was man sich darunter vorgestellt hat.
(W. Sommerset Maugham 1874-1965)
°
[Deshalb gibt es objektiv auch keinen Grund, unglücklich zu sein!]
Liebe nimmt keine Rücksicht auf Moralvorstellungen und kann sich nur in absoluter Freiheit und Zwanglosigkeit entfalten. Danach mischt sich das Denken mit seinen Zwangsvorstellungen ein und unterwirft die Liebe den unterschiedlichsten Tests. Wenn alle Testhürden bestanden sind, dann wollen wir den/die Partner/in in Besitz nehmen. Diese Verrücktheit gilt als völlig normal. Sobald aber die Inbesitznahme und Manipulation des Partners beginnt, vergeht die Liebe, geht die Beziehung kaputt. Sie verflüchtigt sich und je mehr wir bemüht sind, die Liebe mit dem Verstand zu fördern, umso schneller vergeht sie. Ein ruhiger, bescheidener Geist, der sich nicht einmischt in Gefühle, kann die Liebe am besten fördern.
Es ist wichtig, psychisch geschehen lassen zu können!
Viele Menschen können das nicht, indem ihr Bewusstsein ständig "helfend" und korrigierend oder negierend dazwischen springt und das einfache Werden des psychischen Prozesses nicht in Ruhe lassen kann.
Die Liebe will in jedem Augenblick neu entstehen. Der Besitzwunsch verwirrt unsere Gefühle, er macht uns selbst und auch die/den andere/n unfrei.
Auch Eifersucht hat mit Besitzdenken zu tun. Die lebendige Psyche des Menschen lässt sich nicht auf eine einzige und endgültige Liebe zu einem Menschen fixieren. Konservierung entspricht zwar unserem Besitzdenken, aber das bedeutet Unterdrückung und Tod einer Liebesbeziehung.
Wirtschaftsgemeinschaften mit "ewiger Treue" setzen die Liebe unter Zwang. Eifersüchtige, besitzorientierte Partner/innen behindern uns mehr als sie uns fördern; auf diese Weisen entwickelt sich schleichend der Hass. Gehasst wir die Person, die die Einengung verursacht. Auch eine zu strenge Erziehung erzeugt Hass und destruktive Neigungen. Die Fähigkeit, der Umwelt unvoreingenommen, offen und positiv entgegentreten zu können, ist dann gestört und es wird der Umwelt und den Mitmenschen Misstrauen entgegengebracht. Es entsteht eine Behinderung in der Erlebnisfähigkeit. Je häufiger ein misstrauischer Mensch auf andere misstrauische Menschen trifft, desto mehr verstärkt sich die psychische Störung. Durch tägliches Austeilen von negativen Reaktionen und Herabsetzungen von anderen Menschen verschaffen sich viele innere Befriedigung (Sadismus). Es sind ständige kleine Vergeltungsmaßnahmen für den unverarbeiteten Hass.
Exkurs: Der Pygmalion-Effekt ist das Phänomen, dass Verhaltensweisen und Eigenschaften, die man einer anderen Person unterstellt, tatsächlich vermehrt gezeigt werden; wenn sich nun jemand ein Urteil gebildet hat über jemanden, ruft er/sie möglicherweise exakt dieses Verhalten hervor!
Vieles von dem, was wir als Intuition verstehen, ist nichts weiter als unterschwellige Wahrnehmung körpersprachlicher Signale.
Jede Wahrnehmung oder Vorstellung eines Bewegungszustandes erregt im Wahrnehmenden und Vorstellenden den Antrieb zu gleichen Bewegungszuständen!
Der Körper kann nicht lügen. Schlechte Gedanken über andere Menschen verhindern also jeglichen Erfolg, weil die Botschaften des Körpers dann widersprüchlich wirken.
Jeder Mensch verhält sich so, wie wir es insgeheim von ihm erwarten.
Unsere mehr oder weniger bewussten Erwartungen vermitteln wir vor allem durch körpersprachliche Signale. (Rosenthal-Effekt *)
Die seelische Behinderung der blockierten Liebesentfaltung ist stärkster seelischer Stress. Weil viele nicht lieben können, versuchen sie, ihren Hass zum Ausdruck zu bringen. Wenn wir aber den Gefühlen der Liebe voll vertrauen, kann uns nur Gutes geschehen.
I Ging: Ist man leicht zu erkennen, so gewinnt man Anhänglichkeit.
Wer ganz klare, leicht zu verstehende Gedanken hat, gewinnt die Anhänglichkeit der Menschen, weil er die Liebe verkörpert. Dadurch wird er frei von den Wirren der Kämpfe und Dissonanzen.
Die Liebe selbst ist frei von Problemen. In festen Beziehungen dagegen setzt das Denken ein und ich werde mir meiner Individualität und der der anderen Person bewusst. Eine ICH-Stärke trifft auf die andere, und es beginnt ein Kampf zwischen zwei Wesen, die voneinander etwas erwarten, erhoffen oder fordern. In einer festen Beziehung von zwei neurotischen Menschen entstehen zwangsläufig Reibungen. Wer Angst hat, wird die/den andere/n mit seiner Angst belasten; wer besitzgierig und eifersüchtig ist, wird um die/den andere/n ein Gefängnis bauen; wer einer Ideologie verfallen ist, wird die/den andere/n bekehren wollen; wer ein Vorurteil vertritt, wird die/den andere/n davon überzeugen wollen. Bei psychisch gestörten Menschen geht die Liebe zu Ende, wenn sie miteinander eine feste Beziehung aufbauen. Der psychisch gesunde Mensch wird dagegen die/den andere/n in ihrer/seiner Individualität respektieren und belassen, weil er seine eigene Individualität als etwas Positives erlebt. Wir haben erstmal mit uns selbst ins reine zu kommen, haben psychisch gesund zu werden, bevor wir an eine feste Beziehung denken können. Ego-Beziehungen haben negative Folgen für die seelische Gesamtverfassung.
Exkurs: Das Bedürfnis nach einem Gegenstand der Verehrung kann durch die Hingabe an Gott, an Liebe und Wahrheit - oder durch den Götzendienst an destruktiven Idolen befriedigt werden. Das Bedürfnis nach einer Beziehung zu anderen kann durch Liebe und Freundlichkeit - oder durch Abhängigkeit, Sadismus, Masochismus und Destruktivität befriedigt werden. Das Bedürfnis nach Einheit und Verwurzeltheit kann durch leidenschaftliche Hingabe an Solidarität, Brüderlichkeit, Liebe und mystische Erlebnisse befriedigt werden - oder auch durch Trunkenheit, Drogenabhängigkeit und Entpersönlichung.
Das Bedürfnis nach Stimulation und Erregung kann durch ein produktives Interesse an Menschen, Natur, Kunst und Ideen befriedigt werden - oder auch durch die gierige Jagd nach immer neuen Vergnügungen.
Die innere Befriedigung steht auch in Zusammenhang mit einem positiven Gefühl der Zufriedenheit, wie sie einem kraftvollen und ausgeruhten Zustand überströmender Gesundheit entspricht. Sie befähigt den Menschen, unglaubliche Entbehrungen auszuhalten und trotzdem am Leben zu hängen, oder an Glaubensvorstellungen festzuhalten, die sich auf Werte beziehen, welche über dem Wert des Lebens selbst stehen.
Viele glauben, dass nur Verrückte in der heutigen Zeit lieben können. Dieser Standpunkt ist aber häufig nur eine Rationalisierung des eigenen Zynismus und der eigenen Unfähigkeit zur Liebe.
(Erich Fromm 1900-1980)
Verwechselt Verrücktheit nicht mit dem Verlust der Kontrolle. Bleibt verrückt, doch verhaltet euch dabei so wie "normale" Menschen. Geht das Risiko ein, anders zu sein, doch lernt dies zu tun, ohne Aufmerksamkeit auf euch zu lenken.
Kinder benötigen unbedingt Zuwendung, um sich psychisch gesund entwickeln zu können. Auch bei Erwachsenen entsteht ein Defizit, wenn die liebende Zuwendung von den Mitmenschen fehlt. Dann besteht ein Zustand der Abhängigkeit. Sobald wir die Menschen nicht in ihrer Eigenständigkeit akzeptieren, sondern erwarten, von ihnen wiedergeliebt zu werden, beginnen die Probleme. Sobald wir von andern Gegenliebe für unsere Liebe oder zärtliche Zuwendung erwarten, denken wir in den Prinzipien des Geschäfts: wenn ich mehr bekommen habe, fühlt sich mein Ego geschmeichelt und gestärkt. Weil alle etwas fordern, wenn sie etwas geben, ist es sehr verständlich, dass die Liebe dem Geschäftsprinzip von Leistung und Gegenleistung unterliegt, auch wenn das paradox ist.
Wessen Liebe verschmäht wurde, zieht sich zurück, vermeidet zu geben, sucht nur noch das Bekommen, ohne zu geben, und wenn das auch nicht gelingt, entwickelt sich die Neigung, zu zerstören, zu schädigen und zu vernichten (Sadismus).
Wenn du weiterhin tust, was Du immer getan hast, wirst Du bekommen, was Du immer bekommen hast.
(Tempus Fugit "Die Zeit vergeht - die Liebe bleibt.")
Warum überhaupt nach Gegenliebe fragen?
Wer nicht nach Gegenliebe fragt, wird Liebesverlust und psychischen Schmerz nicht mehr erleben, weil die Erwartung der Gegenliebe aufgegeben wurde. Wenn jede Erwartung aufhört, kann die Liebe frei und ungehemmt fließen.
Wenn ich also ein Defizit an Zuwendung zu meiner Person erlebe, dann zeigt das doch nur, dass ich zu große Erwartungen habe. Enttäuschte Liebe hat ihre Ursache darin, dass besonders hohe Erwartungen aufgebaut werden, gerade weil die normale Entfaltung nicht möglich wird. Die Erwartung von Liebe kommt immer aus Enttäuschung und Misstrauen. Wer Gegenliebe erwartet, ist im Energiefluss und in der spontanen Entfaltung nicht mehr frei! Die Erwartung produziert nämlich die Angst davor, dass das Erwartete ausbleiben könnte. Die Enttäuschung über das Ausbleiben führt zu den unterschiedlichsten seelischen Folgeerscheinungen, zu Fluchtreaktionen und Abwehrmechanismen. Jede Art von Erwartung ist schädlich für unsere Beziehung zu den Mitmenschen und für den Zustand unserer Seele.
Wir sollten die anderen so nehmen, wie sie sind und niemals von ihnen erwarten, dass sie werden, wie wir sie haben wollen. Wenn wir keine Zuneigung von anderen erwarten (verlangen), aber dennoch selbst Zuneigung geben können, dann erst sind wir ungehemmt und blockadefrei und können als wahr nehmen, was wahr ist und nicht, was wir wahr haben wollen.
Wir stellen fest, dass wir ohne Erwartungen mit Vertrauen leben können, dass wir liebend auch ohne Gegenliebe besser leben. Dieses Vertrauen zu sich selbst steht nicht auf den schwachen Beinen der Selbsttäuschung.
Keine Erwartungen zu haben heißt auch, keine Hoffnung zu pflegen. Frei von Hoffnungen zu sein heißt offen, sensitiv, lebendig und liebend in meiner Haltung dem Leben gegenüber zu sein. Die Abwesenheit von Hoffnungen und Erwartungen macht die Sinne und das Erleben frei, die Gegenwart kann sich entfalten, das Ego kommt zur Ruhe, alles Streben nach Ich-Stärkung hat ein Ende, die Lebensenergie kann strömen, ohne dass ich ein Geschäft aus dieser Strömung zu machen versuche. In diesem Moment herrscht höchste Zufriedenheit und Weisheit.
Erwarte keine Liebe von anderen, liebe zuerst selbst. Alles liegt in dir und deiner Sensitivität.
Wer lachende sehen will, muss selbst anfangen mit dem Lachen und Freuen.
(Zen)
Zu lieben heißt nicht, sich sozial missbrauchen zu lassen, sondern es heißt, sich zu öffnen. Wer sich liebend öffnet, kann empfangen, ohne zu fordern.
Das Wesen der Liebe ist absolutes Akzeptieren. Je mehr ich fähig bin, den Dingen und den Menschen ihre Freiheit zu lassen, umso größer ist meine Chance, dass sie mir erhalten bleiben. Wenn ich Gewalt ausübe über Dinge und Menschen, wird diese Gewalt auch auf mich zurückkommen, um mich innerlich oder äußerlich zu vernichten.
Lass geschehen, was geschieht. Akzeptiere.
Vergiss all deine Erwartungen und Hoffnungen, die Ansprüche an dich selbst und andere. Lass alles los. Lass es hinter dir.
Die Fähigkeiten sind in dir, du kannst sie finden!
Von der Liebe
Wenn die Liebe dir winkt, dann folge ihr, sind ihre Wege auch schwer und steil.
Und wenn ihre Flügel dich umhüllen, gib dich ihr hin, auch wenn das unterm Gefieder versteckte Schwert dich verwunden kann.
Und wenn sie zu dir spricht, glaube an sie, auch wenn ihre Stimme deine Träume zerschmettern kann wie der Nordwind den Garten verwüsten.
Denn so, wie die Liebe dich krönt, kreuzigt sie dich. So wie sich dich wachsen lässt, beschneidet sie dich. So wie sie emporsteigt zu deinen Höhen und die zartesten Zweige liebkost, die in der Sonne zittern, steigt sie hinab zu deinen Wurzeln und erschüttert sie in Ihrer Erdgebundenheit.
Wie Korngarben sammelt sie dich um sich. Sie drischt dich, um dich nackt zu machen. Sie siebt dich durch, um dich von deiner Spreu zu befreien. Sie mahlt dich, bis du geschmeidig bist; Und dann weiht sie dich in ihr heiliges Feuer, damit du heiliges Brot wirst für Gottes heiliges Mahl.
All dies wird die Liebe mit dir machen, damit du die Geheimnisse deines Herzens kennen lernst und in diesem Wissen ein Teil vom Herzen des Leben wirst.
Aber wenn du in deiner Angst nur die Ruhe und die Lust der Liebe suchst, dann ist es besser für dich, deine Nacktheit zu bedecken und vom Dreschboden der Liebe zu gehen. In die Welt ohne Jahreszeiten, wo du lachen wirst, aber nicht dein ganzes Lachen, und weinen, aber nicht all deine Tränen.
Liebe gibt nichts als sich selbst und nimmt nichts als von sich selbst.
Liebe besitzt nicht, noch lässt sie sich besitzen; denn Liebe genügt der Liebe.
Und glaube nicht, du kannst den Lauf der Liebe lenken, denn die Liebe, wenn sie dich für würdig hält, lenkt deinen Lauf.
Liebe hat keinen anderen Wunsch, als sich zu erfüllen.
Aber wenn du liebst und Wünsche haben musst, sollst du dir dies wünschen: Zu zerschmelzen und wie ein plätschernder Bach zu sein, der seine Melodie in die Nacht singt.
Den Schmerz allzu vieler Zärtlichkeit zu kennen. Vom eigenen Verstehen der Liebe verwundet zu sein; Und willig und freudig zu bluten.
Bei der Morgenröte mit beflügeltem Herzen zu erwachen und für einen weiteren Tag des Liebens dankzusagen;
Zur Mittagszeit zu ruhen und über die Verzückung der Liebe nachzusinnen;
Am Abend mit Dankbarkeit heimzukehren; Und dann einzuschlafen mit einem Gebet für den Geliebten auf im Herzen und einem Lobgesang auf den Lippen.
(Khalil Gibran 1883-1931)
Die Liebe ist manchmal das Tragischste und oft das Schönste, aber immer das wichtigste!
Die Erfahrung lehrt uns, dass Liebe nicht darin besteht, dass man einander ansieht, sondern gemeinsam in die gleiche Richtung blickt!
Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu anderer Glück.
Denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigene Herz zurück.
Auch an Dornen fehlt's wohl nicht, denk ich, wenn ich Rosen sehe.
Rosen sind wohl in der Nähe, denk ich, wenn ein Dorn mich sticht.
Schweres Leid, das wir empfunden, wird vom Glück nicht überwunden,
die Erinnerung bleibt zurück; aber jahrelanges Glück ist in wen'gen Leidestunden
wie ein flücht'ger Traum entschwunden.
"Beziehung ist eigentlich Energie, etwas, was zwischen zwei Menschen entsteht, wenn sie aufeinander treffen und zwar ganz von selbst.
Es lebt sich das, was leben will, wie immer das aussehen mag.
Aber wir rennen los mit Vorstellungen im Kopf davon, wie eine Beziehung sein soll.
Statt zu spüren, was uns in diesem Moment anrührt, suchen wir mit dem Kopf - wir zwängen unseren Geist in ein Korsett aus Werten, Normen und Regeln.
Und wir glauben, wenn wir finden, was dort reinpasst, wären wir glücklich.
Aber wir wären glücklich, wenn wir den Mut hätten, all das fallen zu lassen und einfach zu spüren, was jetzt ist, herauszutreten aus dem Gefängnis beengender Vorstellungen... das ist es, was ich für den Weg halte, für den einzigen Weg, Liebe zu erfahren.
Sex ist eigentlich Energie, etwas, was zwischen zwei Menschen fließt, wenn sie aufeinander treffen und zwar ganz von selbst.
Da lebt sich, was leben will, wie immer das aussehen mag.
Aber wir rennen los mit Vorstellungen im Kopf, wie Sex aussehen soll, zählen uns unsere sexuellen Vorlieben auf und meinen, sie müssen erfüllt sein, um Befriedigung zu finden.
"Was magst du?" Mir ist bei der Frage mehr als unwohl.
Ich mag alles! Und nichts! Denn ich mag nichts immer und nichts nie.
Es geht nicht um die Vorstellung im Kopf, es geht nicht um die Form, es geht um Energie und die produziert ihre ganz eigenen Bilder, wenn sich entladen darf, was sich entladen will.
Wenn dieses Loslassen gelingt, dann ist wirkliche Ekstase möglich... das ist es, was ich für den Weg halte, für den einzigen Weg, Befriedigung und Erfüllung zu erfahren..."
*Als Rosenthal-Effekt oder Pygmalion-Effekt (nach der mythologischen Figur Pygmalion) wird in der Sozialpsychologie das Resultat eines Versuchsleiter-Versuchspersonen-Verhältnisses bezeichnet, insbesondere des Lehrer-Schüler-Verhältnisses; man spricht hierbei auch vom Versuchsleiter(erwartungs)effekt oder Versuchsleiter-Artefakt. Dem Effekt nach sollen sich positive Erwartungen, Einstellungen, Überzeugungen sowie positive Stereotype des Versuchsleiters nach Art der „selbsterfüllenden Prophezeiung“ auswirken. In den klassischen Experimenten wurde der Effekt positiver Erwartungen auf die Leistungen bei Intelligenz-Tests untersucht. Der Begriff Versuchsleiterartefakt ist mittlerweile in wissenschaftliche Standardliteratur und Sprachgebrauch eingegangen. In der Psychiatrie führte der Psychologe David Rosenhan zwischen 1968 und 1973 zu Rosenthal vergleichbare Experimente durch (Rosenhan-Experiment). Beispiel für den Effekt: Hat ein Lehrer bereits eine (vorweggenommene) positive Einschätzung der Schüler (etwa „der Schüler ist hochbegabt“), so wird sich diese Ansicht im späteren Verlauf auch bestätigen. Dieses wird dadurch ermöglicht, dass der Lehrer seine Erwartungen in subtiler Weise den Schülern übermittelt, z. B. durch persönliche Zuwendung, die Wartezeit auf eine Schülerantwort, durch Häufigkeit und Stärke von Lob oder Tadel oder durch hohe Leistungsanforderungen. Es handelt sich keinesfalls um eine absichtliche Handlung, sondern ist vielmehr unbewusst.
Dienstag, Januar 18
Itaraschtam Tithar Kuschtam
Das Gesetz der Freiheit
stellt den Menschen in jedem Augenblich vor die Fülle der Schöpfung und gibt ihm die Freiheit der Wahl, aber auch den Zwang zur Entscheidung. Auch wenn er sich nicht entscheidet, ist das eine Entscheidung. Der Mensch hat die Wahl, sich für den königlichen Weg der Erkenntnis zu entscheiden, oder für den normalen Weg des Lernens durch Krankheit und Leid. Der Mensch hat keine Freiheit im Ziel, wohl aber im Weg.
Gesetz der Fülle
besagt, dass uns die Fülle des Lebens zusteht, als unser Geistiges Erbe und dass sie uns in jedem Augenblick auch frei zur Verfügung steht. Durch unsere falsche Geisteshaltung und mangelnden Glauben, wird oftmals eine Beschränkung unseres inneren und äusseren Reichtums und damit Mangel hervorgerufen. Um der Fülle ganz teilhaftig werden zu können, muß ich mein kleines Ich, meinem Wahren Selbst, Gott in mir übergeben.
Gesetz der Liebe
Die Liebe ist das Grundgesetz der Einen Kraft, die wir Gott nennen. Wenn man gelernt hat zu lieben und das mit der Weisheit verbindet (bewusst lieben), dann ist man vollkommen. Das große Glück finde ich nicht dadurch, dass ich viel Liebe von meinem Partner bekomme, sondern dadurch, dass ich die eigenen Fähigkeit optimiere, Liebe zu empfinden und zu verschenken. In dieser Kunst zu lieben liegt der ganze Sinn des Lebens.
Gesetz der Resonanz
Gleiches zieht Gleiches an und wird durch Gleiches verstärkt. Ungleiches stößt einander ab. Das Stärkere bestimmt das Schwächere und gleicht es sich an. Jeder kann nur das anziehen, was seiner derzeitigen Schwingung entspricht. Die vorherrschenden Gedanken, Gefühle und Neigungen eines Menschen bestimmen seine "geistige Atmosphäre" und schaffen so eine "Aura des Erfolges" oder des Misserfolges.
Gesetz des Denkens
Jeder einzelne Gedanke verändert unser Schicksal, verursacht Erfolg oder Pech, Krankheit oder Gesundheit, Leid oder Glück. Wir sollten daher lernen, möglichst optimal mit unserem Denkinstrument umzugehen. Unsere Lebensumstände existieren nur durch unsere Gedanken - sie schaffen alle Wirkungen in unserem Leben - unsere Wirklichkeit.
Das Gesetz der Imagination
Jede bildhafte Vorstellung, die uns erfüllt, hat das Bestreben, sich zu erfüllen. Jeder besitzt die Fähigkeit zur bildhaften Vorstellung. Das Bild ist die "Sprache des Unterbewusstseins" und der Seeele. Die "inneren Bilder" bestimmen den größten Teil unseres Lebens. Das Leben schafft die Lebensumstände, die wir bewusst oder unbewusst als innere Bilder sehen.
Gesetz des Schicksals
Schicksal ist weder unerforschlicher Ratschluss Gottes, noch blinder Zufall, denn jeder bekommt immer nur das, was er selbst verursacht hat, nicht mehr und nicht weniger und nichts anderes. Unser Schicksal ist die Summe der Folgen unserer Entscheidungen. Das Gesetz des Schicksals belohnt weder, noch bestraft es, es konfrontiert den Menschen nur mit den Folgen seines Tuns.
Gesetz von Ursache und Wirkung
Alles Geschehen auf dieser Welt gehorcht dem Prinzip von Ursache und Wirkung. "Nichts kommt von Nichts" und jede Wirkung entspricht in Qualität und Quantität immer genau der Ursache. Zufall und Glück sind nur Bezeichnungen für einen nicht erkannten Zusammenhang.
Gesetz des Glücks
Alles, was man im Aussen haben kann, macht nicht glücklich, denn das Glück kann ich nur in meinem Inneren finden. Ich finde das Glück in mir, unabhängig von allen Umständen, indem ich bedingungslos JA sage zum Leben, so wie es ist. Mach das Beste aus Deinem Leben und lasse das Glück sich in Deinem Herzen entfalten. Das Glück ist in Dir!
Das Gesetz des Segnens
Ein Segen, der in die Welt gesandt wird, ist dei feinste und reinste Form von Gedankenenergie und bewegt die stärkste Kraft des Universums, die Göttliche Liebe. Diese unendliche Kraft der Liebe ist da und wartet nur darauf, von einem Schöpfer in Tätigkeit gesetzt zu werden. Alles was ist, kann ich segnen und alles, was ich ehrlichen Herzens segne, ist im gleichen Augenblick gesegnet und muß mir zum Segen werden.
Gesetz der Gnade
Gnade ist der durch den Menschen wirkende Geist Gottes, der ihn sicher führt und verwandelt, sobald er darum bittet. (Bittet und Euch wird gegeben werden). Gnade ist, dass wir der allumfassenden Liebe Gottes jederzeit und überall teilhaftig werden können, indem wir uns ihr zuwenden und ihr öffnen. Auch Karma ist ein Ausdruck der Liebe Gottes und damit Gnade, die darin besteht, dass er uns nicht nur zur Vollkommenheit berufen hat, sondern uns durch das Gesetz des Schicksals auch mit absoluter Sicherheit zu diesem Ziel führt.
Gesetz des Glaubens
Der Glaube ist das Erinnern an die eigene, göttliche Natur des Menschen. Einem Jeden geschieht nach seinem Glauben. Glaube ist ein "Inneres gewiss Wissen", das nicht auf äusseren Beweisen ruht. Alle Dinge sind möglich dem der glaubt.
Gesetz der Harmonie
gleicht die verschiedenartigsten Wirkungen aus und sorgt so dafür, dass die Harmonie stets erhalten bleibt., oder doch so schnell wie möglich wiederhergestellt wird. Aus ihm lassen sich alle anderen Gesetze direkt ableiten - sie sind in ihm enthalten.
Gesetz des Dankens
Das Geheimnis des unaufhörlichen Dankens für alles was ist, lässt den Glauben tätig werden, der Berge versetzt. Indem ich mein Herz erfülle mit Dankbarkeit, beginnt die Höchste Kraft des Universums durch mich zu wirken, denn ein liebevolles Herz ist der reinste Kanal für das Wirken der Liebe Gottes.
Gesetz der Schwingung
besagt, dass alles sich bewegt, nichts steht still, alles befindet sich in Schwingung. Jeder Gedanke, jedes Gefühl, jeder Wunsch oder Wille ist begleitet von Schwingungen unterschiedlichster Frequenz und wirkt entsprechend seiner Kraft und seinem Inhalt. Alles schwingt, bewegt sich - lebt!
Kosmische Gesetze
Bereits Einstein hat in seiner Relativitätstheorie herausgefunden, dass die gesamte vorhandene Energie unmittelbar in einem holographischen Bewusstseinsfeld miteinander verbunden ist, ohne die Grenzen von Raum und Zeit, das wurde in jüngster Zeit durch die Quantenphysik bestätigt.
Das Gesetz des Karma
Das Gesetz von Ursache und Wirkung erklärt sich daraus, dass alles, die gesamte Schöpfung reine Energie ist. Unsere Gedanken, unsere Gefühle, all unser Wissen, aber auch die gesamte physische Welt, alles ist Energie. Dass Materie äquivalent zu Energie ist, hat konnten die Eigenschaften von bestimmten Quanten überlichtschnell auf entfernte Quanten übertragen werden. Man fand auch heraus, dass das Messergebnis der Quanten durch die Erwartungen der Wissenschaftler beeinflussbar war. Damit steht auch wissenschaftlich fest, dass es so etwas wie ein Bewusstseinsfeld geben muss, das auf unsere Gedanken reagiert. Energie kann nicht verloren gehen (Physikalisch: Energieerhaltungssatz). Da Energie = Information = Bewusstsein ist, gehen auch unsere Gedanken und Gefühle nicht verloren. Vielmehr manifestieren sie sich, in dem sie in unserem Leben Schöpfung werden. D.h. wir gestalten unsere Umgebung kollektiv mit den anderen Menschenseelen durch unsere Gedanken und Gefühle sowie durch das, was wir in unserem Unterbewusstsein glauben. Wenn wir etwas denken, fühlen oder tun erzeugen wir ein bestimmtes Schwingungsmuster, welches dann danach strebt, sich zu verwirklichen. Dieses Schwingungsmuster enthält, da die Summe aller im Universum vorhandenen Muster ausgeglichen ist, immer alle Aspekte der Erfahrung, die wir mit unseren Gefühlen, Gedanken und Taten manifestieren. Das heißt, unsere Gedanken, unsere Gefühle, Glauben und Taten sind die Ursache, und die damit generierten Energiemuster sind die Wirkung. Wenn wir ein solches Muster um uns erzeugen, kehrt also immer die Wirkung zu uns selbst zurück, da das Muster ausgeglichen werden will. Wenn wir ein solches Muster in einem Leben nicht ausgeglichen haben, dann begegnet es uns in den folgenden Leben wieder, bis wir es aufgelöst haben.
Das Gesetz der Resonanz (Das Gesetz der Anziehung)
Das Wiedererkennen unserer verdrängten Muster aber auch unserer Lern- und Lebensaufgaben geschieht durch das Gesetz der Resonanz, dass sich auch aus dem Gesetz von Ursache und Wirkung ableiten lässt. Stelle dir vor, das Muster, das du auszugleichen hättest, wäre der Klang einer Glocke. Wenn du diese Glocke anschlägst, wird sie das Schwingungsmuster aussenden. In dem Moment, in welchem sich ähnliche Glocken in der Nähe befinden, fangen diese automatisch an, im selben Klang zu schwingen. Das ist das Gesetz der Resonanz. Und genauso ziehst du alle Schwingungsmuster in Form von Ereignissen in deine Nähe, die etwas mit Lernaufgaben zu tun haben, die du noch nicht bewältigt hast, an. Daher wird das Gesetz der Resonanz auch als Gesetz der Affinität bezeichnet. Gelangst du in die Nähe eines Ereignisses, eines Menschen, einer Situation, die eine ähnliche Schwingungssignatur wie deine eigenen Muster aufweisen, so wirst du selbst in Resonanz versetzt. Du gehst auf dieses Muster ein und musst dich zwangsweise damit auseinandersetzen. Dies geschieht so oft, bis du das Muster gänzlich aufgelöst hast (auch das Gesetz der Wiederkehr des Verdrängten). Auch wenn du versuchst, dieser Schwingungssignatur aus dem Weg zu gehen, wird es dir immer wieder begegnen, wird es immer wieder die Emotionen, die Anziehungskraft auf dich ausüben, die dich dazu bewegt, dich damit auseinanderzusetzen. Sobald du das Thema vollständig bearbeitet hast, ist die Schwingungssignatur in dir ausgeglichen, quasi ausgelöscht. Du kommst also fortan auch dann, wenn du Menschen oder Situationen mit einer entsprechenden Schwingungssignatur begegnest, nicht mehr in Resonanz - du bemerkst sie gar nicht mehr, weil es dich in deinem Innern nicht mehr berührt, keine Emotionen mehr auslöst.
Das Gesetz des Ausgleichs (Das Gesetz des Spiegels)
Das Gesetz des Ausgleichs strebt danach, alles in einen vollkommen ausgeglichenen harmonischen Zustand zu überführen. Dies ist der Ur-Zustand des Universums, die Ganzheit, Vollständigkeit und Vollkommenheit des Göttlichen Ausdrucks. Auch dieses Gesetz taucht in unserem täglichen Leben auf, bereits in physikalischen Grundgesetzmäßigkeiten. Bringen Sie ein positiv und ein negativ geladenes Teilchen zusammen, so gleichen sich ihre Ladungen aus. Bis sich diese Ladungen ausgeglichen haben, ziehen sich diese Teilchen quasi magnetisch an, denn sie streben nach Ausgleich. Bringst du einen Magneten mit seinem Nordpol in die Nähe eines Magneten mit dessen Südpol, so ziehen sich beide Magneten an, bis sich ihre Kräfte ausgleichen können. Bringst du einen heißen Gegenstand in Kontakt mit einem kalten Gegenstand, so gleichen sich ihre Temperaturen an, bis beide auf einem gleichen Temperaturniveau sind. Die Wärmeenergie strömt zwischen beiden Gegenständen und gleicht sich aus. Ebenso muss deine Seele diesem Gesetz des Ausgleichs folgen, um wieder ihren vollkommen harmonischen Ur-Zustand zu erreichen. In der Praxis des physischen Lebens heißt das, dass du eine ganze Reihe aktiver, gelebter und passiver, nicht verwirklichter Potentiale mit auf die Erde bringst und danach strebst, alle Potentiale in einen vollkommen entwickelten ausgeglichenen Zustand zu überführen. Die übrigen Gesetze, also das Gesetz von Ursache und Wirkung und das Gesetz der Resonanz führen dich immer in die Situationen, die dich zwingen, deine Potentiale ganz zu entfalten und in Balance miteinander zu bringen. Das Gesetz des Ausgleichs beruht auch auf dem Prinzip Leistung und Gegenleistung. Es gibt einen Satz im Yoga: "Itaraschtam Tithar Kuschtam", der besagt folgendes: Wenn du mit leeren Händen kommst, wirst du mit leeren Händen gehen. Wer zum Beispiel die Dienste eines anderen in Anspruch nimmt oder das Produkt eines anderen (das gilt auch für geistiges Eigentum) nimmt, ohne einen (finanziellen) Ausgleich dafür zu geben, wird in keinster Weise von der Dienstleistung oder dem Produkt profitieren. Dies ist das Gesetz.
Das Gesetz der Bestätigung
Schon in der Bibel heißt es: "Der Glaube versetzt Berge". Und tatsächlich ist es so, dass unsere Glaubensvorstellungen, unsere Paradigmen unser Leben derart beeinflussen, dass wir oft regelrecht zu den Marionetten unserer Glaubensvorstellungen geworden sind. Das Gesetz der Bestätigung ist im Grunde genommen wieder nichts anderes als das Gesetz der Resonanz, welches uns immer wieder in Kontakt mit unseren eigenen Glaubensvorstellungen bringt (in diesem Zusammenhang auch bezeichnet als das Gesetz des Denkens und des Glaubens). Wesentlich hierbei ist es, dass es nicht die Vorstellungen unseres rationalen Verstandes sind, die hier zum Tragen kommen, sondern eben die unbewussten Vorstellungen, die - ohne dass wir uns der ursächlichen Mechanismen bewusst sind - unser Verhalten über unsere Emotionen steuern. Haben uns beispielsweise unsere Eltern vermittelt, dass Musiker von ihrer Kunst nicht leben können, und wir haben dennoch den Beruf des Musikers ergriffen, so werden wir so lange zu wenig Geld haben, wie wir unbewusst diese Aussage unserer Eltern verinnerlicht haben. Erst dann, wenn wir in unserem Herzen vollkommen davon überzeugt sind, dass wir eine besondere Begabung haben, die sich durch einen entsprechenden Wert ausdrückt, der uns dafür zukommt, erst dann haben wir unsere alten Glaubensvorstellungen durchbrochen und können wirklich den angemessenen finanziellen Ausgleich für das erhalten, was wir geben. Das Gesetz des Ausgleichs und das Gesetz der Bestätigung sind auch dafür verantwortlich, ob wir im materiellen Fluss sind (genug Geld haben), oder unter finanziellem Mangel leiden. Erkennen wir unseren eigenen Wert nicht an, sondern suchen wir diesen immer nur in der Bestätigung durch andere, so sind wir auch davon abhängig, welcher Wert uns durch die Anderen in finanzieller Form gegeben wird. Und dieser Wert ist nach dem Gesetz der Bestätigung immer der geringe Wert, den wir uns in unserem Unterbewusstsein selbst geben, von dem wir aber hoffen, dass er von außen als höher angesehen wird. Das Gesetz des Ausgleichs sorgt zusammen mit dem Gesetz der Bestätigung dafür, dass wir das als (Geld-) Wert erhalten, was unserem eigenen Glauben über unserem Wert entspricht. Ein von diesen Gesetzen ableitbares Gesetz ist das Gesetz der positiven und negativen Verstärkung. Es besagt, dass die erlebte Bestätigung einer Situation unseren Glauben an den zugrundeliegenden Zusammenhang und somit die Wiederholungswahrscheinlichkeit dieser Situation verstärkt, ebenso wie eine negative Grundeinstellung (Angst) die Gefahr des Auftretens dieser befürchteten Situation verstärkt.
Woher kommen unsere unbewussten Erwartungshaltungen?
Unsere unbewussten Erwartungshaltungen werden geprägt durch die Erfahrungen und Erlebnisse dieses und der vergangenen Leben. Sehr oft ist der innere Glauben bzw. unsere Glaubensvorstellungen und Denkmuster verzerrt durch Ereignisse, die wir während dessen Geschehen falsch interpretiert haben, da wir sie isoliert aus dem großen Zusammenhang heraus bewertet haben. Nun gibt es also zwei Schlussfolgerungen, die sehr wesentlich sind für die Art und Weise, auf die unser weiteres Leben nun verlaufen kann: Wir müssen uns dessen bewusst sein, dass alles, was uns „geschieht“ eine Folge unserer Gedanken ist. Wir müssen uns dessen bewusst sein, dass alle „Schwierigkeiten“, die wir im Leben haben, ein Spiegel sind für die Lernaufgaben, die wir noch zu erledigen haben.
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