Draußen im Dorf
„Eine Verschönerungswut hatte die Leute in unserem Ort gepackt.- Alle Stöhnten: es ist eine Sucht, aber sie stöhnten genussvoll. Zeitweise herrschte eine fröhliche Tätigkeit im Ort, die mich an Pionierzeiten erinnerte. Hämmern, Sägen, Hobeln, Düweln und das rührende Klatschen der Mörtelmischmaschinen war den ganzen Tag über zu hören, wenn ich an meinem Schreibtisch saß und mich auf meine Arbeit konzentrieren wollte. Es störte mich nicht unmittelbar; ja es beflügelte mich manchmal, weil es mich zu ähnlichem Tempo anspornte, um mitzuhalten, um dieser allgemeinen Fröhlichen Tätigkeitsstimmung gewachsen zu sein. Nach und Nach jedoch schlich sich ein Bewusstsein ein, als werde hier ein neuer Anfang gemacht, als sei man aus dem Wohlstandsschlendrian aufgewacht und wolle nicht mehr in sinnlosen Fitnessübungen den körperlichen und seelischen Wohlstandsmüll „abspecken“, wie es die Zeitungen empfahlen, sondern mit gezielten Arbeiten ein neues, schöneres Leben einrichten. Und später? Musste ich dazu denken, wenn alles verschönt war? Würde man nicht zurücksinken in die alten wunden Gefühle und schließlich ausgestreckt und hoffnungslos in einem verschönten Grab liegen? Andererseits es kamen immer mehr Leute, denen man ansehen sollte, dass sie ihr Leben in die Hand nehmen wollten und nicht mehr an den Verwaltungs- und Verteilungsleinen in den großen Städten dahinvegetieren.“
