Anicca ist eines der Drei Daseinsmerkmale des Buddhismus und steht für das Konzept der Unbeständigkeit alles Seienden, eine der wesentlichen Lehren des Buddhismus. Gemäß dieser Lehre befindet sich ausnahmslos alles im Fluss der Vergänglichkeit, sogar Planeten, Sterne und Götter sind ihm unterworfen. Dieses wird im menschlichen Leben im Alterungsprozess und im Zyklus von Geburt und Wiedergeburt (Samsara) und in jeder möglichen Erfahrung des Verlustes erfahren. Weil alle Dinge unbeständig sind, ist jedes Upadana („Anhaften“) an ihnen vergeblich und führt somit zu Leid. Die einzige Möglichkeit, Anicca zu beenden, ist Nirvana zu erlangen. Nirvana gilt als die einzige Realität, die keine Vergänglichkeit, Verfall oder Tod kennt. Im Nirvana-Sutra wird gesagt, dass alle zusammengesetzten, konstruierten Dinge und Zustände „vorübergehend“ sind – die einzige Ausnahme davon sind das Nirvana und der Buddha (die Personifizierung von Nirvana), und es ist wichtig, dies zu verstehen. Anicca ist eng mit der Lehre von Anatta verbunden, die besagt, dass keine Existenz ein festes Selbst hat. Auch wenn uns die Vergänglichkeit mehr oder weniger jeden Tag widerfährt, vom Sonnenaufgang zum Untergang über den Frühling bis zum Winter, geschehen dann doch Dinge die einen auf den Boden der Tatsachen holen und einen fühlen lassen wie unumstößlich dieses Universelle Konstante doch ist...
- Dies ist es!
- Es gibt keinen verborgenen Sinn.
- Es gibt nur hier und jetzt und keinen anderen Ort, wo du hingehen kannst.
- Wir sterben schon, und wir werden lange tot sein.
- Nichts ist von Dauer.
- Du kannst nicht alles bekommen, was du haben willst.
- Du kannst nichts haben, solange du es nicht loslässt.
- Du kannst nur behalten, was du weggibst.
- Es gibt keinen besonderen Grund dafür, dass du einige Dinge, die du ersehnst, einfach nicht erreichst.
- Die Welt ist nicht unbedingt gerecht. Gut zu sein zahlt sich oft nicht aus, und es gibt keine Entschädigung für Unglück.
- Du hast die Verantwortung, trotzdem dein Bestes zu tun.
- Es ist ein zufälliges Universum, dem wir da Sinn geben.
- Du hast nichts wirklich unter Kontrolle.
- Du kannst niemanden zwingen, dich zu lieben.
- Keiner ist stärker oder schwächer als irgend ein anderer.
- Jeder ist auf seine Art verwundbar.
- Es gibt keine großen Menschen.
- Wenn du einen Helden hast, sieh noch mal hin: du hast dich selbst irgendwie kleiner gemacht.
- Jeder lügt, betrügt, tut so als ob (ja, du auch, und höchstwahrscheinlich ich selbst).
- Alles Böse ist potentielle Vitalität, du musst es nur umsetzen.
- Alles an dir ist etwas wert, wenn du es nur besitzt.
- Fortschritt ist eine Illusion.
- Man kann das Böse hierhin und dahin schieben, aber nie ausrotten, denn alle Lösungen brüten neue Probleme aus.
- Trotzdem ist es notwendig, weiter zu kämpfen und auf die Lösung hin zu arbeiten.
- Die Kindheit ist ein Nachtmar*.
- Aber es ist so schwer, ein selbständiger pass-auf-dich-selbst-auf-denn-es-gibt-keinen-anderen-der-es-für-dich-tut-Erwachsener zu sein.
- Jeder von uns ist letztlich allein.
- Die wichtigsten Dinge muss jeder für sich selbst tun.
- Liebe ist nicht genug, aber sicher hilft sie.
- Wir haben nur uns selbst und einander. Das ist vielleicht nicht viel, aber mehr gibt es nicht.
- Wie seltsam, dass es so oft all das wert zu sein scheint.
- Wir müssen in der Unsicherheit teilweiser Freiheit, teilweiser Macht und teilweisen Wissens leben.
- Alle wichtigen Entscheidungen müssen auf der Basis unzureichender Daten gefällt werden.
- Und doch sind wir verantwortlich für alles, was wir tun.
- Entschuldigungen werden nicht angenommen.
- Du kannst weglaufen, aber du kannst dich nicht verstecken.
- Es ist sehr wichtig, alle Sündenböcke abzuschaffen.
- Wir müssen die Kraft erkennen, die darin liegt, mit unserer Hilflosigkeit zu leben.
- Dein einziger Sieg liegt in der Hingabe an dich selbst.
- Alle wichtigen Schlachten trägst du in dir selbst aus.
- Du bist frei, zu tun, was immer du willst. Du musst nur bereit sein, die Konsequenzen zu tragen.
- Was weißt du eigentlich...sicher?
- Lerne, dir selbst zu vergeben, wieder und wieder und wieder und wieder und wieder...
Nachtalb ist eine späte Bezeichnung für ein Wesen, das ursprünglich „Mahr“ hieß und in der Nacht auf Menschen lastet (vgl. Albtraum) und ihnen Grauen einflößt. Es handelt sich gewöhnlich um ein kleines schwarzes Wesen, das schlafende Menschen und Haustiere anfällt, selten auch Sachen. Es dringt durch Schlüssel- oder Astlöcher ein. Der Anfall ist mit Angstzuständen und Atemnot verbunden. In manchen Geschichten hat die Mahr einen deutlich erotischen Charakter. Es wird von Geschlechtsverkehr zwischen Mensch und Mahr berichtet. Sie gehört zusammen mit dem Werwolf zu den Einzelgängerwesen, die ihre Gestalt verändern können. Mahre bringen Krankheiten und in manchen Gegenden Skandinaviens sind die Grenzen zu Hexen, Wesen, die Müttern die Muttermilch stehlen, Wiedergängern und Gespenstern fließend. Das Motiv ist vorchristlich und international. Nach den Texten der alten skandinavischen Literatur handelt es sich um Personen, die ihren „hugr“ in eine andere Gestalt verlegen können. „hugr“ ist mehr als die Seele im christlichen Sinn, es ist das gesamte nicht körperliche Wesen des Menschen, also auch seine Gedanken und Wünsche. Eine nahe Verwandtschaft lässt sich zum Wesen Odins feststellen. Snorri sagt über Odin:
„Óðinn skipti hömum. Lá þá búkurinn sem sofinn eða dauður en hann var þá fugl eða dýr, fiskur eða ormur og fór á einni svipstund á fjarlæg lönd að sínum erindum eða annarra manna.“
„Wollte Odin seine Gestalt wechseln, dann lag sein Körper wie schlafend oder tot da, er selbst aber war ein Vogel, ein wildes Tier, ein Fisch oder eine Schlange. Er konnte in einem Augenblick in ferne Länder fahren in seinen oder anderer Angelegenheiten.“
Zum nordischen Mahr gehört im Unterschied zu Hexen und anderen Zauberern, dass sie immer in Verbindung mit „Reiten“ und Schadenszufügung in der Dämmerung oder in der Nacht gebracht werden. Andere Geister reiten nie. In den alten norwegischen Christenrechten wird der Ritt als Mahr ausdrücklich unter Strafe gestellt. „Wenn bewiesen ist, dass eine Frau einen Mann oder seine Hausgenossen reitet …“ heißt es in § 46 des Christenrechts des Eidsivathing. Die Möglichkeit, als Mahr die Gestalt zu wechseln und einen Mahr-Ritt auszuführen, wird als reale Möglichkeit vorgestellt. Die Eyrbyggja saga aus der Mitte des 13. Jahrhunderts handelt von der Eifersucht der beiden Frauen Geirrid und Katla, wobei Geirrid dann in einem Prozess vorgeworfen wird, sich als Mahr betätigt zu haben. Ebenso wird in der Ynglinga saga der Tod Vanlandis einer Mare zugeschrieben, die von seiner verlassenen Frau in Finnland auf ihn, der gerade in Uppsala weilte, gehetzt worden war.
„Þá gerðist honum svefnhöfugt og lagðist hann til svefns. En er hann hafði lítt sofnað kallaði hann og sagði að mara trað hann. Menn hans fóru til og vildu hjálpa honum en er þeir tóku uppi til höfuðsins þá trað hún fótleggina svo að nær brotnuðu. Þá tóku þeir til fótanna. Þá kafði hún höfuðið svo að þar dó hann.“
„Da wurde er schläfrig und legte sich nieder zum Schlafe. Als er aber nur ein wenig geschlafen hatte, schrie er auf und sagte, dass ihn eine Mahre trete. Da kamen seine Leute herbei und wollten ihm helfen. Als sie ihn aber oben am Kopfe fassten, trat jene auf seine Beine, dass sie fast zerbrachen. Sie griffen nun nach seinen Füßen, doch die Mahre drückte jetzt so auf sein Haupt, dass er dort sterben musste.“
Im Mittelalter lebte das Fabelwesen in Form mannigfaltigen Aberglaubens fort, und man rechnete ihn unter die schwarzen Berggeister, Zwerge und Nachtelfen. Auch das „Schrätteli“ bzw. „Schrättele“ aus vielen Sagen des Schwarzwaldes ist wohl eine Abwandlung der Nachtmahr. Auch hier handelt es sich meist um eine weibliche Person oder sogar Hexe, die ihren Körper verlässt und in Gestalt eines Strohhalms durch das Schlüsselloch in die Schlafzimmer ihrer Opfer eindringt. Dort angekommen plagt und „drückt“ sie ihre Opfer bis zur völligen Erschöpfung. Dem Schrätteli wird außerdem nachgesagt, dass es oftmals das Vieh im Stall „drückt“ um sich dort Erleichterung zu verschaffen, wenn es keinen Menschen „drücken“ kann. Später wurde der Nachtalb auch mit dem Teufel gleichgesetzt: Die Redewendung „Der Teufel hat dich geritten“ ist als Synonym für „Dich hat der Nachtalb geritten“ zu verstehen. Ähnlich wie Frau Holle, der man unterstellt, Gespinst und Haare zu zerzausen, sagte man auch dem Nachtalb nach, offene Haare bei Mensch und Tier zu verknoten. Daher nannte man den Nachtalb auch „Alpzopf“, „Drudenzopf“, „Wichtelzopf“ und „Weichselzopf“. Zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert unterschied man in Frankreich männliche (incubus = Auflieger) und weibliche (succubus = Unterlieger) Nachtalbe, denen man magische Verführungskünste nachsagte. 1318 wurde dies in einem Hexenprozess an der Sorbonne (Paris) ausdrücklich bestätigt. Das Wort „Mahr“ kommt aus der germanischen Wurzel „mer“, was „zerstoßen“ bedeutet, althochdeutsch, alt- und neuschwedisch, polnisch, isländisch „mara“, mittelniederdeutsch, mittelhochdeutsch, angelsächsisch, norwegisch „mare“, tschechisch „můra“, slowakisch „mora“, wendisch „murawa“, im Englischen in „nightmare“ und im Russischen in „кошмар“ (aus dem Französischen von „cauchemar“) enthalten. Nach der Reformation wurde das Wort durch „Alp“ oder „Alb“ verdrängt, ohne seinen Inhalt zu ändern. Die in der irischen Mythologie anzutreffende Kriegsherrin „morrigain“ wird ebenfalls etymologisch auf „mara“ bezogen.