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Freitag, Oktober 22

pyramidal

ICH BIN DAS DUNKEL UND DAS LICHT DER WELT
ICH BIN DAS TOR UND ICH BIN DER WEG
ICH BIN DER GEIST, DER GEHT
ICH BIN DER ATEM, DER WEHT
ICH BIN HIER UND JETZT - ALLES IN EINEM UND EINS IN ALLEM

Vor der Cheopspyramide thront der mächtige Sphinx, das mysteriöse Fabeltier mit dem Leib eines Löwen und dem Kopf eines Pharao. Alle haben Angst vor der Zeit. Die Zeit aber fürchtet sich vor der großen Pyramide! So lautet ein alter Spruch.
Folgt man dem Historiker Herodot dann war es Pharao Cheops (2551-2494), der die Große Pyramide hat erbauen lassen. Im Deutschen kommt kein Zweifel auf: Wir sprechen von der Cheopspyramide. Im Englischen indes heißt das letzte erhaltene der legendären sieben Weltwunder schlicht the great Pyramid, die große Pyramide. Und groß ist die nach Cheops benannte Pyramide in der Tat. Mit einer Höhe von 149,59 Metern überragt sie noch das Straßburger Münster. Ihre Grundfläche von 230 mal 230 Metern würde spielend der Peterskirche von Rom, der Pauluskirche von London und der Westminsterabtei sowie den Domen von Florenz und Mailand ausreichend Platz bieten. Jahr für Jahr lockt der Wunderbau Millionen von Touristen an. Kaum jemand ahnt, dass das vielleicht größte Geheimnis des mysteriösen Baus.... tief unter der Erdoberfläche zu finden ist.... Während heute Herodot allgemein als Vater der Geschichtsschreibung anerkannt wird, galt er im Altertum als Lügner. Diodor von Sizilien etwa warf Herodot vor, er habe seinen Lesern statt der Wahrheit unglaubliche Geschichten und Mythen vorgesetzt, indem er ihren Instinkten geschmeichelt habe. Nach Diodor von Sizilien gab ein Chemmis den Auftrag für den Bau der vermeintlichen Cheopspyramide. Cajus Plinius Secundus: lässt die Frage nach dem Bauherrn offen: Keiner von ihnen, von den Historikern, weiß aber die eigentlichen Erbauer anzugeben. Der arabische Chronist Al-Makrizi äußert sich in seinem Werk Hitat zunächst sehr kritisch: Die Leute sind sich über die Zeit ihrer Erbauung nicht einig und haben die verschiedensten Meinungen geäußert, die verkehrt sind. Dann benennt er einen gewissen Surid als Auftraggeber. Saurid aber war alles andere als ein Zeitgenosse Cheops’. Es wird geradzu fantastisch bei Al-Makrizi. Der arabische Historiker schreibt: Die Ursache der Erbauung der Pyramiden war, dass 300 Jahre vor der Sintflut Saurid folgenden Traum hatte: Die Erde kehrte sich mit ihren Bewohnern um, die Menschen flüchteten in blinder Hast, und die Sterne fielen herab. Nach Al-Makrizi wurde die Cheopspyramide nicht als Grabdenkmal eines größenwahnsinnigen Pharaos angelegt.... sondern als massiver Tresor. Wir lesen bei Al-Makrizi: Daraufhin ließ er, Saurid, in der westlichen Pyramide dreißig Schatzkammern anlegen. Die wurden angefüllt mit reichen Schätzen, mit Geräten und Bildsäulen aus kostbaren Edelsteinen, mit Geräten aus vortrefflichem Eisen, wie Waffen, die nicht rosten, mit Glas, das sich zusammenfalten lässt, ohne zu zerbrechen, mit seltsamen Talismanen, mit den verschiedenen Arten der einfachen und der zusammengesetzten Heilmittel und mit tödlichen Giften. In der östlichen Pyramide ließ er die verschiedenen Himmelsgewölbe und die Planeten darstellen sowie an Bildern anfertigen, was seine Vorfahren hatten schaffen lassen. Dazu kam Weihrauch, den man den Sternen opferte, und Bücher über diese. Fakt ist: Nirgendwo an der Cheopspyramide gab es einen Hinweis auf Cheops als den Erbauer. An einem versteckten Ort wurde, so heißt es, der Schriftzug Cheops entdeckt: Im Inneren der großen Pyramide, über der Grabkammer des Königs wurden beim Bau des Monumentalwerkes vier künstliche Hohlräume angelegt. Jede dieser Kammern ist mit neun gewaltigen, ja monströsen Monolithen abgedeckt. Jeder wiegt etwa 40 Tonnen. Demnach hat jede Decke dieser seltsamen Räume ein Gewicht von 360 Tonnen. Vier solcher Decken bestehen demnach aus 1440 Tonnen Stein. Über der höchsten Entlastungskammer, oberhalb der massiv steinernen Decke, wurde – im Inneren des steinernen Leibs der Pyramide – ein Spitzdach aufgetürmt. Es dürfte nochmals 1200 Tonnen wiegen. Die Entlastungskammern wären wahrscheinlich bis heute unentdeckt geblieben, wäre nicht der Forscher Howard Vyse geradezu versessen darauf gewesen, einen möglichst sensationellen Fund zu machen. Vorher, so schrieb er in sein Tagebuch, könne er doch kaum nach England zurückkehren. Mit brachialer Gewalt – unter Einsatz von Dynamit – drang Vyse in die Entlastungskammern vor.... und fand anno 1837 den Schriftzug Cheops. Der Orientalist Zecharia Sitchin allerdings behauptet: Der Namenszug ist eine plumpe Fälschung. Alles deute, so Sitchin, auf Vyse als den Urheber hin. Sollte also Vyse selbst Cheops in der Entlastungskammer gepinselt haben? 1996 berichtete ich über Sitchins Fälschertheorie. Sitchin legte 2010 nach und präsentierte Dokumente. Demnach wurde Humphries W. Brewer, er gehörte zum Team von H. Vyse, entlassen, weil er zum unliebsamen Zeugen geworden war. Zecharia Sitchin: Er beobachtete Mr. Hill dabei, wie er mit roter Farbe und einem Pinsel in die Pyramide ging; angeblich, um antike Beschriftungen zu übermalen, tatsächlich aber, um neue anzufertigen. Nach Al-Makrizi entstand die Große Pyramide vor der Sintflut. Ist das eine glaubhafte Aussage oder bloße Fantasterei? Von den Ägyptologen wird gewöhnlich verschwiegen, dass Prof. Dr. R. Schoch, University von Boston, eine erstaunliche Entdeckung gemacht hat. Der Sphinx weist seltsame Beschädigungen auf, die so gar nicht zu einer Kolossalstatue in der Wüste stammen: Sie rühren von erheblichen Wassermassen her. Nach Prof. Schoch gab es vor 10.000 bis 15.000 Jahren sintflutartige Überschwemmungen im Bereich von Sphinx und großer Pyramide. Sollte also die große Pyramide wirklich nicht von Cheops erbaut worden und sehr viel älter sein als von der Ägyptologie postuliert? Sollte Al-Makrizi also recht haben? Sollte das monumentale Bauwerk wirklich nicht als Grabmonument, sondern als gigantischer Tresor für uraltes Wissen gebaut worden sein? Wo sollte man einen möglichen Eingang zu einem Korridor im Inneren der großen Pyramide suchen? Während unzählige Touristen die Kammern der Königin und des Königs aufsuchten.... wagte ich den Abstieg in die Unterwelt... in die unvollendete Grabkammer im gewachsenen Fels... tief unter der Cheopspyramide.

de zon

Vlieg
naar de Zon
voel
de warmte
voel
de kracht
Vlieg
vertrouw
de Zon
is
in jou

liefde

Leven is liefde
Liefde is leven
in liefde leven
leve de liefde

loslaten

Zee
golven
komen en gaan
gedachten
golven
laat ze komen
laat ze gaan
als de zee

Mittwoch, Oktober 20

Elohim

ELOHIMWELT

Vergessener Juwel der Ewigkeit,
Getragen vom Licht der Liebe,
bist du entstanden aus der Einheit.
Trägst diese Liebe stetig fort,
mit jedem Strahl an jeden Ort,
und trägst die Liebe und die Klarheit,
die Kraft der Wahrheit.

Schaffst die Verbindung zu dem was ist,
und trägst um der Seelen Sorge,
so dass keine geht verloren
und findet wieder zurück zu dem,
wo sie geboren.

Bringst Heil und Heilung,
so liebevoll und sanft
und doch gehen Klarheit und Wahrheit
mit der Heilung Hand in Hand.

Und Frieden trägst du in jedwedes Herz hinein,
auf dass sie leuchten,
jedes in seinem eigenen Schein.
Elohimwelt, du ewiger Juwel,
dein Strahlen reicht in jede Seel'.



א. בְּרֵאשִׁית בָּרָא אֱ־לֹהִים אֵת הַשָּׁמַיִם וְאֵת הָאָרֶץ:

ב. וְהָאָרֶץ הָיְתָה תֹהוּ וָבֹהוּ וְחֹשֶׁךְ עַל פְּנֵי תְהוֹם וְרוּחַ אֱ־לֹהִים מְרַחֶפֶת עַל פְּנֵי הַמָּיִם:
ג. וַיֹּאמֶר אֱ־לֹהִים יְהִי אוֹר וַיְהִי אוֹר:


1. Bereschit bara elohim et-haschamajim we et-haarez.
2. Wehaaretz hajeta tohu wabohu, wechoschech al pene tehom, we ruach elohim merachefet al pene hamajim.
3. Wajjomer elohim: jehi or! Wajjehi or.
Bereschit 1,1-3

So lautet der Anfang des Tanach (hebr. תנ״ך, TNK), der Heiligen Schrift (Bibel) des Judentums. Er besteht aus den drei Hauptteilen Tora (‘Weisung’), Nevi’im (‘Propheten’) und Ketuvim (‘Schriften’), deren Anordnung ihrem Alter und theologischen Rang weitgehend entspricht. Er wurde um 100 n. Chr. in 22 oder 24 Bücher eingeteilt und kanonisiert. Alle seine Bücher und zusätzlich einige aus seiner um 250 v. Chr. begonnenen griechischen Übersetzung, der Septuaginta, wurden vom Christentum als gültiges Wort Gottes übernommen, bis 400 als Altes Testament kanonisiert und dem Neuen Testament vorangestellt. Gewöhnlich werden diese Worte wie folgt übersetzt:


1. Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
2. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.
3. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht.

1. In the beginning God created the heaven and the earth.
2. Now the earth was unformed and void, and darkness was upon the face of the deep; and the spirit of God hovered over the face of the waters.
3. And God said: Let there be light. And there was light.
Genesis 1,1-3

Das ganze kann aber auch anders übersetzt werden:
Im Anfang schufen (die) Elohim Himmel und Erde.

Oder:
Im Anfang schufen (die) Götter Himmel und Erde.
Denn ‘Elohim’ (Götter) ist die Mehrzahlform von Eloah (Gott). Im Tanach kann ‘Elohim’ auch ‘Engel’ bedeuten und auch in der alten Ausgabe der Zürcher Bibel wurde ‘Elohim’ schon als ‘Engel’ übersetzt (Psalm 8,6).
Doch dadurch entsteht ein Problem z.B. mit dem Christentum oder auch dem Islam, die nicht von Göttern, sondern vom „einen, wahren Gott“ sprechen. Und wenn es nur einen Gott gibt, darf der Begriff ‘Elohim’ natürlich nicht mit ‘Götter’ übersetzt werden. Also wird er ganz einfach mit ‘Gott’ übersetzt.
Manche Theologen erklären das mit dem Mäjestätsplural, der Anrede einer Person in der Mehrzahl als Ausdruck deren Macht. Es kann für sie nicht sein, was nicht sein darf.

Weiter heisst es in der (Luther-)Bibel von 1984:
Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.
1 Mose 1,26

Manche meinen auch, wir seien eine Schöpfung von „Ausserirdischen“, „Gottessöhnen“, und nehmen dafür gerne diese Bibelstelle als Zitat:

1 Als aber die Menschen sich zu mehren begannen auf Erden und ihnen Töchter geboren wurden,
2 da sahen die Gottessöhne, wie schön die Töchter der Menschen waren, und nahmen sich zu Frauen, welche sie wollten.
3 Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht immerdar im Menschen walten, denn auch der Mensch ist Fleisch. Ich will ihm als Lebenszeit geben hundertundzwanzig Jahre.
4 Zu der Zeit und auch später noch, als die Gottessöhne zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen Kinder gebaren, wurden daraus die Riesen auf Erden. Das sind die Helden der Vorzeit, die hochberühmten.

1 Mose 6,1-4
Ich finde, der Glaube, von Engeln, Gottessöhnen, Ausserirdischen oder wie man immer es nennen mag, gezeugt worden zu sein, muss nicht dem Glauben widersprechen, eine Schöpfung Gottes zu sein. Mir persönlich gefällt die Aussage von Gott erschaffen zu sein besser. Aber kommts letztlich überhaupt darauf an, an welche Religion oder an welchen Glauben man sich hält? Alle Wege führen zu Gott. Wenn man das überhaupt so ausdrücken will. „Wir“ waren nie getrennt von Gott. Trennung ist eine Illusion.
Das Trisagion, eines der ältesten, christlichen Hymnen in Aramäisch, Latein, Griechisch, Englisch und Deutsch:

Elohim hakadosh, Elohim hakol yakhol, rakhem aleinu, veal kol haolam.
Sanctus Deus, Sanctus Fortis, Sanctus Immortalis, miserere nobis.
Άγιος ο Θεός, άγιος ισχυρός, άγιος αθάνατος ελέησον ημάς.
Agios o Theos, agios ischyros, agios athanatos, eleison imas.
Holy God, Holy Mighty One, Holy Immortal One, have mercy on us.
Heiliger Gott, heiliger starker (Gott), heiliger unsterblicher (Gott), erbarme dich unser.

Samstag, Oktober 16

Auferstehung Jesu und den Übergang vom Tod zum Leben

Victimae paschali laudes
Immolent Christiani.
Agnus redemit oves;
Christus innocens Patri
Reconciliavit
Peccatores
Mors et Vita duello
Conflixere mirando;
Dux vitae mortuus
Regnat vivus.
Dic nobis, Maria.
Quid vidisti in via?
Sepulchrum Christi viventis
Et gloriam vidi resurgentis.
Angelicos testes.
Sudarium et vestes.
Surrexit Christus spes mea;
Praecedet suos in Galilaeam.
Scimus Christum surrexisse
A mortuis vere.
Tu nobis victor
Rex miserere. ( Amen. Alleluia.)

Dem Osteropfer sollen Lobgesänge weihen die Christen. Das Lamm hat die Schafe erlöst. Christus, der Schuldlose, hat die Sünder mit dem Vater versöhnt. Tod und Leben rangen in wundersamem Zweikampf. Der Fürst des Lebens, gestorben, herrscht jetzt lebend. Sag uns Maria, was hast du gesehen auf dem Weg? Des Grab Christi, des Lebenden, hab ich gesehen und die Herrlichkeit des Auferstandenen und Engel als Zeugen, das Schweißtuch und die Leinentücher. Auferstanden ist Christus, meine Hoffnung. Vorangehen wird er den Seinen nach Galiläa. Glauben schenken muss man mehr Maria, der allein Wahrhaften. Wir wissen, Christus ist wahrhaft auferstanden von den Toten. Du siegreicher König, erbarme dich unser.

Quasi modo geniti infantes, Halleluja, rationabile, sine dolo lac concupiscite

Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn, er will dem Herrn gefallen. Der Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt, er will seiner Frau gefallen. So ist er geteilt. Die unverheiratete Frau aber und die Jungfrau, sorgen sich um die Sache des Herrn, um heilig zu sein an Leib und Geist … Das sage ich zu eurem Nutzen, nicht um euch eine Fessel anzulegen, vielmehr damit ihr in rechter Weise und ungestört immer dem Herrn dienen könnt. (1 Kor 7,32-35) Die gottgeweihten Jungfrauen legen auf Eingebung des Heiligen Geistes das Gelübde eheloser Keuschheit ab, weil sie Christus entschiedener lieben und ihren Brüdern und Schwestern ungehindert dienen wollen. Die Christus geweihten Jungfrauen sollen sich, je nach ihren Verhältnissen und Gnadengaben, der Buße, den Werken der Barmherzigkeit, dem Apostolat und dem Gebet widmen. Es wird ihnen dringend geraten, ihre Gebetspflicht dadurch zu erfüllen, daß sie täglich das kirchliche Stundengebet, vor allem Laudes und Vesper, beten. So vereinen sie ihre Stimme mit dem Hohenpriester Christus und der heiligen Kirche; sie preisen den himmlischen Vater ohne Unterlaß und treten ein für das Heil der ganzen Welt.
Eine geweihte Jungfrau in der Welt ist weitgehend frei in der Wahl ihres Apostolats und Berufs. Ihr Lebensstil muß einfach und würdig sein und in Einklang stehen mit der Lebensform, zu der sie berufen ist, Sie kann Pflegerin oder Katechetin sein, als Verwaltungsangestellte bei einer Versicherung oder bei VW am Fließband arbeiten. Sie verdient ihren Lebensunterhalt selbst. Dabei kann sie allein wohnen oder, wie Can. 604 § 2 des kirchlichen Rechts vorsieht, zusammen mit anderen Jungfrauen. In all dem untersteht sie ihrem Bischof, dem es zusteht, festzulegen, auf welche Weise die geweihten Jungfrauen seiner Diözese ihre Berufung leben sollen.
Es gibt den „Stand der Jungfrauen, die zum Ausdruck ihres heiligen Vorhabens, Christus in besonders enger Weise nachzufolgen, vom Diözesanbischof nach anerkanntem liturgischem Ritus Gott geweiht, Christus, dem Sohn Gottes, mystisch anverlobt und für den Dienst der Kirche bestimmt werden" (CIC, can. 604, § 1). Durch diesen feierlichen Ritus der Jungfrauenweihe wird „die Jungfrau zu einer gottgeweihten Person, zu einem Zeichen, das auf die Liebe der Kirche zu Christus hinweist, und zu einem Bild für die endzeitliche himmlische Braut und für das künftige Leben" (OCV prænotanda 1).
Der Stand der Jungfrauen steht den anderen Formen des geweihten Lebens nahe. Er verpflichtet die in der Welt lebende Frau (oder die Nonne) nach ihrem Stand und den ihr geschenkten Charismen zum Gebet, zur Buße, zum Dienst an ihren Brüdern und Schwestern und zur apostolischen Arbeit [Vgl. OCV prænotanda 2]. Um ihr Vorhaben treuer zu halten und den in ihrem eigenen Stande entsprechenden Dienst für die Kirche durch die gegenseitige Unterstützung zu steigern, können die Jungfrauen Vereinigungen bilden. (CIC, can. 604, § 2). (KKK)

Bei der Weihe antwortet die Consecranda auf die Fragen des Bischofs:
Bist du bereit, bis an dein Lebensende am Vorsatz der heiligen Jungfräulichkeit festzuhalten und dem Herrn und seiner Kirche zu dienen?
Bist du bereit, dein Leben in der Nachfolge Christi, zu der das Evangelium aufruft, als ein Zeugnis der Liebe zu leben und als ein Zeichen des kommenden Reiches Gottes?
Bist du bereit, dich durch die Jungfrauenweihe unserem Herrn Jesus Christus, dem Sohn Gottes, auf immer zu verbinden?
Aus diesem Grund kann Männern die Jungfrauenweihe nicht gespendet werden. Männer wie Frauen können ein privates Gelübde ablegen. Idealerweise bespricht man das mit einem Priester.
Es gibt jedoch in der Geschichte immer wieder Beispiele, daß es einigen in der Welt lebenden Frauen doch möglich gewesen ist, die Weihe im Geheimen zu empfangen.

Freitag, Oktober 15

Hl. Theresia von Jesus (von Avila) ~ der Weg zur Vollkommenheit

Am 10.10.1553, 18:45 segnete die Heilige Theresa 2 Ringe im Dom zu Konstanz... Das Konstanzer Münster oder Münster Unserer Lieben Frau ist eine ehemalige Bischofskirche in Konstanz am Bodensee. Patrone der Basilica minor sind die Jungfrau Maria und die Patrone des ehemaligen Bistums Konstanz, Pelagius und Konrad von Konstanz.
Theresa von Avila (Theresa von Jesus) geboren 1515, gestorben 1582, wird auch die große heilige Theresa genannt. 1562 gründete sie, die siebenundzwanzig Jahre zuvor in den Karmel von der Menschwerdung in Avila eingetreten war, das erste Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen. In der Folge gründete sie noch sechzehn weitere Klöster für Karmelitinnen und zwei für Brüder, worüber sie im Buch der Klostergründungen schreibt. Theresas Reformen betonten stark das innere Gebet und dessen Vorrang, das eremitische Leben im Schweigen, zu dem aber das Leben in einer Gemeinschaft von nicht mehr als 21 Schwestern, die gemeinsamen Mahlzeiten und die zweimalige tägliche Rekreation ein Gegengewicht bildeten.
 Im fürbittenden Gebet bringen die Karmelitinnen die Sorgen, Ängste, Nöte und Leiden vor Gott. Die Gottesbeziehung der hl. Theresa ist stark vom Gefühl der Freundschaftlichkeit geprägt – wir sollen oft zu Gott sprechen, vertrauensvoll wie mit einem Freund. Der Weg zur Vollkommenheit heißt eines ihrer bedeutendsten Werke, und doch ist sie sich ihrer eigenen Unvollkommenheit oft schmerzlich bewußt. Sie weiß aber, wie sie schreibt, keinen anderen Weg, die Tugend zu erlangen, als es immer weiter zu versuchen:

Ich habe geradezu Angst, mein Herr, und zwar aus vielerlei Gründen, dass du mich erneut verlassen könntest, denn ich weiß sehr gut, wie weit meine Kraft und geringe Tugend reichen, wenn du mir sie nicht immer wieder gibst und mir hilfst, dich nicht zu verlassen. Ich weiß nicht, wie wir überhaupt noch leben wollen, da doch alles so unsicher ist. Dabei schien es mir schon unmöglich, mein Herr, dich gänzlich aufgeben zu können; da ich dich aber schon so oft verließ, kann ich nicht aufhören zu fürchten, daß ich sofort wieder zu Boden stürzen würde, wenn du dich auch nur ein bißchen entferntest. Gepriesen bist du für immer, da du mich niemals ganz und gar verlassen hast, so daß ich mich nicht wieder hätte erheben können, obwohl ich mich von dir abwendete. Immer hast du mir deine Hand entgegengestreckt, ich aber, mein Herr, habe sie oftmals noch nicht einmal gewollt, noch wollte ich verstehen, wie du mich immer wieder von Neuem gerufen hast.

Unser tägliches Brot gib uns heute!

Die Bitte um tägliches Brot heißt, wie es scheint, so viel, als: für immer! Ich habe darüber nachgedacht, weshalb der Herr, nachdem er gesagt: täglich, noch einmal sagt: heute. Ich will euch meinen ungeschickten Einfall vortragen. Wenn es ein bloßer Einfall ist, so mag er es bleiben; wie es ohnehin eine große Torheit ist, daß ich mich auf solche Dinge einlasse. Täglich ist, meines Erachtens, deshalb gesagt, weil wir nicht nur hier auf Erden besitzen, sondern auch im Himmel besitzen werden, wenn wir uns hier die Teilnahme daran zu Nutzen machen. Denn er blieb aus keinem andern Grunde bei uns, als um uns zu helfen, uns zu ermutigen und uns zu unterstützen, auf daß der Wille, von dem wir gesagt haben, an uns zum Vollzuge gebracht werde.
Die Seele wird, wie sie nur immer zu essen begehrt, im allerheiligsten Sakramente Erquickung und Trost finden. Es gibt keine Not, keine Trübsal, keine Verfolgung, die nicht leicht zu ertragen ist, wenn wir einmal an seinem Leiden einen Geschmack finden. Bittet, meine Töchter, vereint mit diesem Herrn den Vater, daß er euch heute den Bräutigam lasse, damit ihr in dieser Welt nicht ohne denselben seid. Zur Mäßigung einer so großen Freude bleibt er in die äußern Gestalten des Brotes und Weines verkleidet was eine genugsame Qual für den ist, der sonst Nichts hat, was er liebe oder was ihn in dieser Welt tröste. Aber bittet ihn, daß er euch nicht im Stiche lasse und euch zubereite, ihn würdig zu empfangen. Ihr, die ihr euch wahrhaft in den Willen Gottes ergeben habt, dürftet für anderes Brot nicht sorgen;

So, meine Schwestern, mag Jeder, der da will, Sorge tragen, um das tägliche Brot zu erbitten; wir aber wollen den ewigen Vater bitten, daß wir würdig werden, um unser himmlisches Brot zu bitten. Können auch unsere leiblichen Augen sich nicht daran erfreuen, dasselbe zu schauen, weil er noch verhüllt ist, so mag es sich doch dem Blicke der Seele zeigen und sich als die himmlische Nahrung voll Freude, Süßigkeit und Kraft zur Erhaltung des Lebens uns erweisen. Glaubt ihr nicht, daß diese heilige Speise auch Nahrung für diesen Leib ist, und eine wirksame Arznei auch gegen leibliche Krankheiten? … Da er noch auf Erden wandelte, heilte die bloße Berührung seiner Kleider die Kranken. Darf man nun zweifeln, daß er auch bei seiner Gegenwart in uns Wunder tun werde, wenn wir je einen lebendigen Glauben haben? Gewiß gibt er uns bei seiner Einkehr in unser Haus, um was wir bitten werden. Seine Majestät kann die Herberge nicht schlecht belohnen, wenn man ihn wohl bewirtet hat. Wenn es euch weh tut, ihn nicht mit den leiblichen Augen zu sehen, so bedenket, daß uns dies nicht zuträglich ist; denn es ist etwas Anderes, ihn in seiner Herrlichkeit, als in seinem Erdenwandel zu schauen. Es würde niemand im Stande sein, jenes Schauen bei unserer schwachen Natur zu ertragen; wäre es aber möglich, dann gäbe es keine Welt und niemanden mehr, der in ihr bleiben möchte; denn das Schauen der ewigen Wahrheit würde deutlich zeigen, daß alles, was wir hienieden hochachten, Lüge und Täuschung ist. Wie sollte nun aber eine arme Sünderin wie ich, welche ihn so sehr beleidigt hat, den Anblick einer so großen Majestät in der Nähe ertragen? Unter der Gestalt des Brotes aber lässt sich mit ihm verkehren; denn wenn ein König sich verkleidet, so haben wir, wie es scheint, das Recht, mit ihm ohne viele Umstände und Rücksichten zu verkehren; wir dürfen glauben, er sei verpflichtet, manches zu leiden, da er sich eben verkleidet hat. Wer würde es sonst wagen, bei solcher Lauheit, so unwürdig und bei so vielen Unvollkommenheiten ihm zu nahen? Da wir nicht wissen, was wir begehren (wenn wir ihn sehen wollen), so hat seine Weisheit besser auf uns Rücksicht genommen; denn wo er sieht, daß es zum Heile gereicht, da offenbart er sich den Seelen; und wenn sie ihn auch mit den leiblichen Augen nicht sehen, so hat er noch vielerlei Weisen, sich ihnen zu offenbaren durch große innere Empfindungen, aber auf verschiedenen Wegen.

Seid gerne bei ihm, und versäumt die gute Gelegenheit nicht, wie die Stunde nach der Kommunion ist, um mit ihm zu verkehren. Bedenket, daß dieses ein großer Gewinn für die Seele ist, und der gute Jesus sich dieser Gelegenheit häufig bedient, damit ihr ihm Gesellschaft leistet. Nehmt euch sehr in Acht, meine Töchter, dieselbe nicht zu verlieren, wenn nicht etwa die Pflicht des Gehorsams euch etwas anderes auferlegt; befleißet euch, eure Seele bei dem Herrn zu lassen. Er ist euer Lehrer, und wird nicht aufhören euch zu belehren, wenn ihr ihn auch nicht versteht. Wenn ihr die Gedanken gleich nach andern Seiten richtet und nicht mit Aufmerksamkeit auf den sehet, der in euch ist, dann dürft ihr euch nachher nur über euch selbst beklagen. Diese Zeit (nach der Kommunion) ist sehr passend, um von unserm guten Lehrer unterrichtet zu werden, um ihn zu hören und ihm die Füße dafür zu küssen, weil er uns lehren will, und ihn zu bitten, daß er von uns nimmermehr weiche.

Nachdem ihr den Herrn (in der Kommunion) empfangen, ist er persönlich bei euch. Bemühet euch, nun die Augen des Leibes zu verschließen und die der Seele zu öffnen, und in das Innerste des Herzens hinein zu sehen! Ich sage euch (und sage es euch nochmals und möchte es vielmals sagen), wenn ihr diese Gewohnheit jedes Mal, so oft ihr zur heiligen Kommunion geht, beobachtet, und euch auch bemüht, ein reines Gewissen zu haben, dann werdet ihr dabei den köstlichsten Genuß haben. Der Herr wird sich euch nicht verhüllen; er wird sich euch offenbaren, gemäß euerm Verlangen, ihn zu schauen, auf mancherlei Weise; euer Verlangen kann so groß werden, daß er sich euch völlig enthüllt. Und so erweist er uns allen eine große Barmherzigkeit; denn seine Majestät will, daß wir begreifen, Er sei es, der im heiligsten Altarsakramente gegenwärtig ist. Enthüllt zeigt er sich und seine Wunder und Schätze nur denen, von denen er weiß, daß sie ein großes Verlangen nach ihm haben; denn diese sind seine wahrhaften Freunde. (Der Weg der Vollkommenheit, 34. Kapitel)


Freitag, Oktober 1

fürbringer

In jener Stunde kamen die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist im Himmelreich der Größte? Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sagte: Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte. Und wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf. (Mt. 18, 1-5)

Donnerstag, September 30

R. M. R.

 
















Die Engel

Sie haben alle milde Münde
und helle Seelen ohne Saum.
Und eine Sehnsucht (wie nach Sünde)
geht ihnen manchmal durch den Traum.

Fast gleichen sie einander alle;
in Gottes Gärten schweigen sie,
wie viele, viele Intervalle
in seiner Macht und Melodie.

Nur wenn sie ihre Flügel breiten,
sind sie die Wecker eines Winds:
als ginge Gott mit seinen weiten
Bildhauerhänden durch die Seiten
im großen Buch des Anbeginns.

Sans, Souci

 















Montag, September 27

a w g

pain de campagne

Mehl und Salz mischen und eine Mulde in die Mitte drücken. Sauerteig dort hinein geben, Wasser nach und nach dazu und alles zu einem mehr oder weniger flüssigen Teig vermischen. Nach und nach das Mehl einarbeiten, dabei kann es sein, dass je nach Beschaffenheit mehr Wasser oder mehr Mehl zugefügt werden muss. Wenn alles verrührt ist, (Teig sollte nur so grade eben nicht mehr kleben) kommt alles über Nacht in eine genügend große Schüssel (verpackt in einen großen Plastiksack) in den Kühlschrank. Am nächsten Morgen sollte der Teig schön aufgegangen sein. Aus der Schüssel nehmen, alles kräftig einmal zusammendrücken, vorsichtig zu einer Kugel bzw. länglich ausformen, dabei nicht zu stark kneten, nur einige Male falten, damit nicht zu viele der schönen großen Poren verschwinden. Gerade nur so viel Mehl verwenden, dass der Teig nicht klebt. Da ist Fingerspitzengefühl nötig. Teigrohling in ein Körbchen, das mit einem bemehlten Mulltuch ausgelegt ist, geben und nach dem Kühlschrankaufenthalt Minimum 3 Stunden (auch länger) an einem warmen Ort gehen lassen. Das Volumen sollte sich deutlich vergrößern! Gegen Ende der Gehzeit den Ofen vorheizen(230°), einen Pizzabackstein mit Mehl bestäubt, hinein stellen und mit vorheizen (sicher so 25-30 Min.) Den Leib dann auf den vorgeheizten Backstein stürzen (das Mehl ist etwas gebräunt, es klebt nix an und die Reste kehrt man später einfach ab.) Ca. 30-35 Min. backen. Das Pain de campagne geht unglaublich auf, sieht von allen Seiten wunderschön appetitlich braun aus, hat eine unglaublich leckere, porenreiche Krume und eine typische Landbrotkruste, die man vielleicht aus Frankreich kennt. Vom Geschmack ist es fein säuerlich und meiner Meinung nach kaum zu toppen, was Brote dieser Art angeht.  


HerbstZeitLos

Dienstag, September 21

jein

Plattdüütsch - Schopen = naschen ~ Hauer = Eber

Mit den verzeichneten Todestagen setzt der Jubiläumskalender den Chronisten in Verlegenheit. Geburtstage, das ist bekannt, lassen sich leichter feiern. Das Ableben Arthur Schopenhauers heute vor einhundertfünfzig Jahren indes macht eine Ausnahme. Allerdings nicht etwa deswegen, weil der Verblichene durch und durch jener Griesgram und Misanthrop gewesen wäre, der er gelegentlich zu sein schien. An die Wiederkehr seines Todestages zu erinnern, erfordert vielmehr darum keine bemüht taktvolle Pietät, weil der Philosoph zeitlebens den Tod begrüsst und dessen Kommen bejaht hat: als Befreiung aus dem Jammertal eines zwischen Schmerz und Langweile pendelnden Daseins, als Erlösung von den beschämenden Launen eines triebhaft-blinden Willens – und sogar als Moment der letzten und höchsten Erkenntnis, als recht eigentlich philosophischen Augenblick also.

Im letzten Moment
Schopenhauer brachte mehr als einmal seine erwartungsvolle Überzeugung zum Ausdruck, dass der Augenblick des Sterbens – man darf wohl einschränkend hinzufügen: wenn er denn glückt – jener Moment sein werde, in welchem dem Dahinscheidenden aufgehe, was es mit dem Leben und dem Tod auf sich habe. Der Sterbende werde dessen inne, dass die Welt, die er verlässt, und die individuelle Hülle, die ihm abgestreift wird, Täuschung und Schein, jedenfalls nicht die wirkliche Wirklichkeit gewesen seien. Schopenhauer verwebt platonische und kantische Schussfäden mit Kettfäden aus östlichen Weisheitslehren (samt Reinkarnationsgedanke) sowie der christlichen Mystik, um eine ebenso metaphysische wie gottlose Weltanschauung zu formulieren: Wahrlich wirklich, unvergänglich und ungeworden sei der grund- und sinnlose Wille zum Leben, der – als Ding an sich – alle und alles durchwalte und miteinander verbinde; in diesen grundlosen Grund der Welt sinke jedes Individuum mit dem Tod zurück. Das Unzerstörbare im Menschen wäre demnach keine Seele und schon gar keine je individuell einzigartige, es wäre aber auch keine Materie, sondern ein allgemeiner, subjekt- und bewusstloser Existenzdrang, eine geheimnisvoll wabernde Wesenheit mithin, die über allem, in allem und durch alles Leben hindurch herrscht.
Der Augenblick der letzten Erkenntnis, so stellt sich der Schopenhauer-Leser mit einiger Mühe vor, ist ein flüchtiger. Und er birgt ein nicht ganz leicht zu bewältigendes Pensum für den Dahingehenden. Das verrät sich schon darin, dass Schopenhauer den Moment einerseits als das Erwachen aus einem Traum beschreibt, andererseits als Beginn des Todesschlafs. Vollends zu einer Prüfung des nur mehr flackernden Bewusstseins wird er aber, wenn, wie Schopenhauer auch andeutet, in ihm sich jene Wendung ereignen soll, in der der rastlose metaphysische Wille zum Leben zur Ruhe komme und sich gar selbst aufhebe.
Freilich ist das Kapitel Selbstverneinung des Willens in Schopenhauers Philosophie, die nur auf der Oberfläche ihrer wunderbar flüssigen Sprache hell glänzt, ein besonders dunkles. Reichte ein einziger gewendeter Wille, um den metaphysischen Gesamtwillen zum Selbstverzicht zu bewegen? Ist das, was nach einer gänzlichen Aufhebung des Willens übrig bleibt, nur für uns oder aber an sich Nichts? Wir wissen es nicht; wir wissen nicht einmal, ob Schopenhauer es zu wissen glaubte – und ob er tatsächlich der radikale Dissident der abendländischen Philosophie war, der dem Sein die Gefolgschaft aufkündigte und dem Nichts huldigte. Vielleicht ging mit ihm auch nur die buchhalterische Krämerseele – eine Mitgift väterlicherseits – durch, so dass er glaubte, den Wert des Lebens im Ganzen irgendwie bilanzieren zu müssen.

Auf dem Sofa
Was Schopenhauer den Normalsterblichen als letzte Aufgabe aufbürdet, haben die – seltenen – Heiligen und Asketen schon in ihrem Leben geschafft: den Willen zu verneinen und die Herrschaft der steten Wiederkehr des Leidens zu brechen. Was die Heiligen und Asketen durch Übung erreichen können, sollen die gewöhnlich Sterbenden durch eine finale Erkenntnis gewissermassen nachholen. Erst damit wäre das Erwachen aus dem Traum des Lebens kein schreckliches und das Entschlafen ein beruhigtes.
Am Morgen des 21. September 1860 ist Arthur Schopenhauer, nachdem er seinen gewohnten Kaffee getrunken hatte, zweiundsiebzigjährig gestorben, sitzend auf seinem Sofa. – Die Gesichtszüge verrieten offenbar nichts von einem Todeskampf.

Philharmonie ~ Das Wesentliche ist die Musik

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Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin spielt unter der Leitung von Marek Janowski Musik von Nikolai Rimski-Korsakow, Ludwig van Beethoven und Sergei Prokofjew.
Bitte holen Sie Ihre Karten bis 19.30 Uhr mit Angabe Ihres Namens an der Abendkasse ab. Die Kasse öffnet um 18.30 Uhr. Um 18.45 Uhr findet im Curt-Sachs-Saal eine Einführung von Steffen Georgi statt.
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Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB)