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Donnerstag, Juli 15

soheit

Tathata (skt. tathatā chin. 眞如, zhēnrú, W.-G. chen-ju; tib. de bzhin nyid; kor. 진여, jinyeo; jap. 真如, shinnyo; viet. chân oder chơn như; dt. etwa: Soheit bzw. Solchheit) ist im Buddhismus (insbesondere im Mahāyāna) ein Begriff für die Form wahrer bzw. fundamentaler Wirklichkeit (nicht aber, wie oft irrtümlich angenommen wird, diese Wirklichkeit selbst), meist in Bezug auf den ihr unterstellten Aspekt der Leere bzw. wesentlichen Wesenlosigkeit. In der buddhistischen Tradition heißt es von ihr, sie lasse sich nur erfahren, nicht aber sprachlich realisieren. Wer die Realität in dieser Form, d. h. so, wie sie ist, erfährt, hat im buddhistischen Verständnis alle fehlerhafte Erkenntnis überwunden. Der historische Buddha, Siddhartha Gautama, behauptete dies von sich und nannte sich daher auch Tathāgata.
Die Yogācāra-Schulen, eine der wenigen buddhistischen Lehrtraditionen, die in Bezug auf Tathata positive Aussagen machen, verstehen es als eine Reinigung des Bewusstseins von jeglichem Objektbezug, wodurch die Daseinsfaktoren in ihrem höchsten Sinn erkannt werden sollen. Reine, illusionsfreie Erkenntnis des Tathata sei somit gleichbedeutend mit bloßem Bewusstsein ohne Erfassen, Denken oder der Ausmachung von Bedeutung. Als Teil der unbedingten Elemente (asaṃskṛta-dharma) in den Kategorien der 100 Daseinsfaktoren sei Tathata auch Bedingung der Möglichkeit von Erkenntnis überhaupt. Eine für die Yogācāra-Schulen fundamentale Analyse aus dem vierten Jahrhundert lautet wie folgt:

„20: Alle Dinge, welche durch irgendeine Vorstellung vorgestellt werden, bilden das vorgestellte Wesen. Dieses ist nicht vorhanden.

21: Das abhängige Wesen dagegen ist die aus Ursachen entstandene Vorstellung. Das vollkommene (Wesen) ist dessen beständiges Freisein vom vorhergehenden.

22: Daher ist dieses vom abhängigen (Wesen) weder als verschieden noch als nicht verschieden zu bezeichnen, wie die Vergänglichkeit usw Solange dieses nicht geschehen ist, wird jenes nicht gesehen.

23: In Hinblick auf die dreifache Wesenlosigkeit dieses dreifachen Wesens ist die Wesenlosigkeit aller Gegebenheiten gelehrt worden.

24: Das erste ist wesenlos dem Merkmal nach. Das zweite wiederum, weil ihm kein eigenes Sein zukommt. Eine weitere Wesenlosigkeit ergibt sich daraus,

25: daß es (= das dritte, nämlich das vollkommene Wesen) die höchste Wirklichkeit (paramārthaḥ) der Gegebenheiten ist. Diese ist auch die Soheit, weil sie jederzeit so ist. Und sie ist überdies die bloße Erkenntnis.“